"This Is It"

Michael Jacksons letzter Triumph

29.10.2009

Jackson-Kinofilm als emotionales Dokument eines Genies.

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© Kevin Mazur/Sony Pictures
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Dutzende Tänzer absolvieren zu They Don‘t Care About Us eine atemberaubende Choreografie in perfekter Synchronität. Dazu gibt‘s auf einem Mega-Bildschirm Massenauflauf-Szenen vor einer M-förmigen Ruine und eine Licht-Show die ihresgleichen sucht. Als der Megahit, der Jackos erfolgreichster Song in Österreich (Platz 3) war, in einem perfekten Musik-Finale endet, entlockt es Michael Jackson (†50) ein Lächeln des Triumphs. Ein Unmensch, wem da nicht die Tränen kommen.

Ausverkauft
Das ist nur eine der vielen unglaublich berührenden Szenen aus dem 112 Minuten langen Vermächtnis This Is It. Am 28.10. um 6.45 Uhr früh – zeitgleich mit der Weltpremiere in Los Angeles – präsentierte ÖSTERREICH die allerletzte Jackson-Show als Star-Premiere im Cinplexx Wien Reichsbrücke. Ab 14 Uhr lief das grandiose Zeitdokument der letzten Arbeitswochen des King Of Pop dann landesweit an. Allein am ersten Tag waren über 100 Vorstellungen ausverkauft! Der spektakuläre Mix aus Doku und Konzert-Film läuft nur 14 Tage in den heimischen Kinos.

Mit Schlecker und Brille
Der Film, der aus über 150 Stunden privaten Mitschnitten der Proben für Jacksons niemals absolvierte This Is It Comeback-Konzerte zusammengeschnitten wurde, zeigt eine unglaublich rührende und zerbrechliche Seite der Pop-Ikone: ein total abgemagerter Michael Jackson beobachtet mit einem Kinder-Schlecker im Mund und hinter dicken Augengläsern (!) die Dreharbeiten zum neuen, atemberaubenden Thriller-Video. In abgehackten extrem schlacksigen Bewegungen studiert er Hits wie Human Nature ein. Dazu bittet er bei I Want You Back fast entschuldigend, dass man seine Kopfhörer doch bitte etwas leiser dreht: „Das ist als würde sich eine Faust in mein Ohr bohren. Aber ich sage mit Liebe. L.I.E.B.E.“ Spannend zu sehen, wie unsicher der Megastar allen Rekorden zum Trotz agiert.

Sprechen fällt ihm schwer
Unterstützt von drei aufwendigen Videos und einer Armee an Tänzern und Musikern versucht Jackson die „größte Show aller Zeiten“ zu kreieren. Zwei Monate lang ließ er dafür in Los Angeles sämtliche Proben mitschneiden. Und eines wird bei dem Dokument, das qualitativ nicht den Flair eines Konzertes vermitteln kann, ganz offensichtlich: Wenn er tanzt, so wie bei einer neuen beeindruckenden Billie Jean-Choreographie, dann ist er unschlagbar.

Schwer verständlich
Wenn er, so wie bei I Just Can‘t Stop Loving You beim Singen die Welt rund um sich vergisst, dann ist er perfekt wie noch nie. Aber wenn er spricht, dann mutiert er zum Pop-Zombie! Von unzähligen Schönheitsoperationen gezeichnet fällt ihm das Reden schwer. Den Mund zu einer Fratze verzerrend und Kaugummi-kauend sind seine Anweisungen („Spielt das bitte so wie damals auf der Platte“) oft schwer verständlich.

Letzte Worte
Der Film startet am 15. April: Die ersten Tänzer treffen zu dem Proben ein und können unter Tränen ihr Glück nicht fassen. Nach einer Achterbahn-Fahrt (das Intro-Video zu Wanna Be Startin‘ Somethin‘) werden die Tourproben in allen Facetten des Show-Aufbaus gezeigt. Von der Starmania-artigen Auswahl der Tänzer, über den ersten Bühnen-Aufbau bis zum vollen Live-Bombast. Zum Finale gibt‘s Man In The Mirror und Jackos letzte Worte an die Crew „Das ist ein Abenteuer. Wir werden in wenigen Tagen einen Weg gehen den noch niemand gegangen ist“ 48 Stunden später war er tot ...

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