Der oe24-Talk
Michael Mittermeier: "Wien ist meine zweite Heimat"
15.04.2026Kabarett-Sensation in Wien. Am Donnerstag (16. April) eröffnet Star-Kabarettist Michel Mittermeier im Souterrain vom ehrwürdigen Café Prückel seinen „Lucky Punch Comedy Club“. Im oe24.TV-Interview gibt er dazu die Direktiven.
Michael Mittermeier schickt Wien jetzt zum Lachen in den Keller. Am Donnerstag (16. April) eröffnet der deutsche Star-Kabarettist im Souterrain des Café Prückel seinen Lucky Punch Comedy Club, der jetzt jungen Talenten eine neue Bühne bietet.
Im oe24.TV-Interview spricht Michael Mittermeier über…
… seinen neuen Comedy Club: Es soll die lokale Szene gefördert werden. Ich karre ja nicht alle meine Freunde rüber, damit sie spielen können, sondern wir wollen hier wirklich was aufbauen. Die coole Szene, die jetzt schon da ist, wird dadurch gestärkt. Ich hätte mir so etwas in meinen Anfangstagen gewünscht, auch weil da so ein schönes Miteinander entsteht. Das wird super und der Club schaut auch leiwand aus!
… den Standort unter dem Cafe Prückel: Das ist Kismet, aus einem Bauchgefühl entstanden und ich habe mich sofort in die Location verliebt. Die Lage ist perfekt: U-Bahn, schöner Platz, Straßenbahn, du bist gleich beim Gartenbau, beim Stephansdom. Du bist hier quasi mitten drin im Leben.
… größten Probleme bei der Adaption: Eine Komponente unserer 160 Stühle war auf einem Containerschiff, das tatsächlich im Stau stand an der Straße von Hormus. Das sollte aber mittlerweile in Europa sein. Wir wissen aber noch nicht so genau, wo. Die Leute werden aber bei der Premiere aber definitiv sitzen können. Sonst gab’s Kleinigkeiten wie keinen Estrich, den Bauschutt von Jahrzehnten oder Wasserschäden und den Amtsschimmel: Wir wollten eigentlich schon im November aufmachen
… seine Wien-Liebe: Wien ist tatsächlich so etwas wie eine zweite Heimat. Ich habe nirgends öfter gespielt. Und ich bin auch so gerne hier und das ist mit ein Grund, dass wir den Club hier aufmachen. Nach München, wo wir im Herbst 2023 eröffnet haben, kam mir auch keine andere Stadt in den Sinn.
… das Programm: Es wird wie in Amerika: eine Mixed-Show, ein Host und dann vier bis sechs Comedians. Das wird ganz anders als in den klassischen Kabarett-Lokalen. Wir sind eigentlich der Laden, der die Leute ausbildet, die, dann hoffentlich ins zwei, drei Jahren im Niedermair, Stadtsaal oder der Kulisse spielen und deswegen freut sich ja auch mein „Nachbar,“ der Niavarani so, auch weil sich unsere Bühne ja perfekt zum Ausprobieren lohnt. Eines kann ich versprechen: Jeder Abend wird anders
… die Grund-Idee: Hier kauft man ein Ticket zum Lachen, denn Lachen ist gerade in Zeiten wie diesen so wichtig. Es gibt so viele junge Talente hier und das wird sehr geil. Wir werden eine wunderbare Ko-Existenz mit den vielen legendären Kabarett-Lokalen haben
.. seinen Traum: Ab Mai spielen wir drei Mal die Woche und in einem Jahr möchte ich, dass wir hier sieben Tage die Woche spielen, am besten zweimal am Tag. Auch mit Frühstück-Shows oder Late Shows, wo das Publikum schon ein bisschen angeheitert sein kann, weil das 16er Blech schon seine Spuren hinterlassen hat.
… seine Auftritte in seinem Club: Am Samstag (18. 4.) stehe ich dann selbst das erste Mal auf der Bühne und werde auch in den ersten Monaten öfter da sein. Ich probiere ja immer neue Nummern aus. Es kann also durchaus sein, dass man schon was von meinem neuen Programm „Oldboy“ hört.
… das Wiener Publikum: Es ist kein einfaches Publikum und ich habe es immer geliebt, weil ein einfaches Publikum ist ja fast zu langweilig! In den 80er Jahren da haben sich nicht so viele deutsche Kabarettisten hier rüber getraut. Ich kenne auch Kollegen, die sind weinend wieder von Wien nach Hause gefahren, weil es überhaupt nicht funktioniert hat. Bei mir war das nie der Fall. Ich habe immer viel Lokalkolorit in meinen Programmen aufgearbeitet sogar drei Österreich-CDs gemacht. Und das hat das Publikum immer sehr abgefeiert auch weil sie mitbekommen haben, dass ich mich wirklich über Österreich informiert habe. Ich toure seit 40 Jahren und spiele nirgends öfter als in Wien und schnappe natürlich auch immer Worte auf: Urleiwand ist eines der geilsten Worte überhaupt.
… den Piefke-Hass der Österreicher:Ich bin ja Bayer, und daher ist es mir wurscht, was die Wiener über die Deutschen sagen. Ihr könnt gerne über die Piefke ablästern. Das interessiert und trifft mich nicht.
… den berühmten Spruch, dass „Piefke in den Keller lachen gehen“: Wir gehen wenigstens zum Lachen in den Keller. Also, Freunde, ihr werdet es nicht gewinnen, wenn wir mit Kellerwitzen anfangen.
Interview: Thomas Zeidler-Künz