Opern-Kritik

Ovationen für Bryn Terfel

14.03.2017

In London brillierte der Starbariton als Hans Sachs in Wagners „Meistersingern“.

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© Royal Opera House/Clive Barda
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Erst in einer Produktion hat der geniale walisische Bassbariton Bryn Terfel den Hans Sachs in Wagners komischer Oper Die Meistersinger von Nürnberg gesungen: 2010 fand in Cardiff dieses Weltereignis statt. Nun kann sich auch das ­Royal Opera House rühmen, den größten Heldenbariton unserer Zeit als Schuster­poeten zu präsentieren.

Aggressiv. Das riesige Werk des teutonischen Leitmotiv-Schöpfers, das nicht nur durch seine geniale Musik, sondern auch durch seine aggressive Deutschtümelei auffällt, ist in London nur bedingt geglückte Chefsache: Kasper Holten siedelt seine Inszenierung in einem Gentleman’s Club an, in dem Hans Sachs im Frackhemd mit dem Hammer auf die Schuhsohlen schlägt; Antonio Pappano deckt mit dem laut tönenden Orchester oftmals die Sänger zu.

Mit seiner atemberaubenden Stimme und Bühnenpräsenz ist Bryn Terfel ein idealer Hans Sachs. Wunderbar gelingt der Fliedermonolog, herrlich nach fünf Stunden der Schlussmonolog auf der Festwiese; dass ein Waliser über „echte deutsche Kunst und Ehr“ fabuliert, macht Wagners nationalistische Demagogie etwas ­weniger peinlich. Standing Ovations für Bryn Terfel.In London brillierte Starbariton Bryn Terfel als Hans Sachs in Wagners „Meistersingern“.

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