Ausschreibung
Salzburger Festspiele suchen jetzt neuen Intendaten und Präsidenten
30.04.2026Bewerbungsfrist endet am 5. Juni - Hearings für die Positionen finden im Herbst statt.
Die Salzburger Festspiele schreiben nun wie angekündigt die Intendanz und die Präsidentschaft neu aus. Am kommenden Wochenende werden in nationalen und internationalen Medien die Ausschreibungen geschaltet. Die Bewerbungen sollen jeweils bis 5. Juni einlangen, teilte das Kuratorium am Donnerstag mit. Die Neubesetzung der Präsidentin bzw. des Präsidenten erfolgt mit 1. Jänner 2027, die Intendanz beginnt am 1. Oktober 2027, dann endet die Interimsführung von Karin Bergmann.
Von der neuen Intendantin bzw. dem neuen Intendanten wird ein künstlerisches Konzept erwartet, das sich explizit mit der Situation durch die Generalsanierung der Festspielhäuser und der zweijährigen Sperre des Großen Festspielhauses auseinandersetzt und das "tragfähige Perspektiven für die Durchführung der Festspiele während der Bauphase aufzeigt", heißt es im Text.
"Herausragende Persönlichkeit" gesucht
Gesucht wird eine "herausragende Persönlichkeit mit internationaler Reputation", die Erfolge mit innovativen Programmen und Formaten hat, Kompetenz in der Bewältigung komplexer Rahmenbedingungen besitzt und Führungserfahrung im internationalen Kulturbetrieb aufweisen kann. Zu den Aufgaben zählt unter anderem auch eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Direktoriums, dem Kuratorium sowie öffentlichen und privaten Partnern".
Die Amtszeit von Präsidentin Kristina Hammer läuft heuer mit Jahresende aus, ob sie sich erneut bewirbt, ist derzeit nicht bekannt. Auch von der neuen Präsidentschaft wird ein Konzept erwartet, das ausdrücklich auf die Bedingungen während der Bauphase eingeht. Voraussetzung sind unter anderem "hohe Kunstaffinität und umfassende Kenntnisse des Kulturlebens sowie ein grundlegendes Verständnis von künstlerischen und kaufmännischen Leitungsagenden, ausgeprägte Erfahrungen im Sponsoring, Führungserfahrung sowie Erfahrung im Umgang mit Öffentlichkeit, Medien und Stakeholdern".
Hearings nach dem Festspielsommer 2026
Den Prozess wird ein Beratungsunternehmen mit Spezialisierung im Bereich Kultur begleiten. Die Hearings für die beiden Positionen werden nach der Festspielsaison 2026 stattfinden. Die Findungskommission wird von Christian Kircher geleitet, der bis vor Kurzem als Geschäftsführer der Österreichischen Bundestheater-Holding tätig war und bis Ende März 2026 dem Festspielkuratorium angehörte.
Während die Neuausschreibung der Präsidentschaft turnusmäßig stattfindet, ist die Intendantensuche außerplanmäßig, weil sich das Kuratorium und Intendant Markus Hinterhäuser Ende März einvernehmlich getrennt haben. Unmittelbarer Auslöser war Hinterhäusers Alleingang bei der Suche nach einer neuen Schauspielleitung. Er wollte die frühere Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann installieren, obwohl diese nicht am Auswahlverfahren teilgenommen hatte. Differenzen gab es aber auch wegen des Führungsstils Hinterhäusers. Bergmann wurde vom Kuratorium dann als Interims-Intendantin bis Herbst 2027 bestellt.