Schrille Show

TV-Stars erobern die Seefestspiele

10.07.2008

So schrill war eine Operette noch nie: Die Seefestspiele in Mörbisch wurden am Donnerstag zur Freiluftshow dieses Sommers.

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Es war ein Operettenspektakel, wie es Österreich noch nicht gesehen hatte: Moderator und Sänger Klaus Eberhartinger tanzt als „schöner Sigismund“ im orange-rosafarbigen Karo-Anzug über die kitschtriefende Märchenbühne. Ein schneidiger Rainhard Fendrich singt sich als liebestoller Leopold tapfer durch die Liebeswirren, „Dancing Star“ Zabine Kapfinger machte als Rössl-Wirtin Josepha im Dirndl gute Figur.

Promis
Im Publikum klatschten Promis von Peter Weck bis bis Gery Keszler. Und am Ende löste Harald Serafin höchstselbst als Kaiser Franz Joseph das Durcheinander in ein großes Happy End auf. Besonders aufgrund der Top-Besetzung durch Prominente aus der Fernseh- und Show-Welt hatte das Stück schon im Vorfeld für Aufregung und Lob gesorgt. „Der schöne Sigismund garantiert einen Lacherfolg“, versprach Regisseur Karl Absenger: „Eberhartinger ist ein Komödiant vor dem Herrn!“

Millionenmärchen
Das kitschige Getöse auf der Seebühne in Mörbisch (Burgenland) war freilich minutiös geplant. Hinter der Premiere von „Im weißen Rössl“ standen millionenschwere Vorbereitungen.

6.000 live dabei
Auf 2.500 m2 wurde eine märchenhafte Nachbildung des Salzkammerguts aus der flachen Uferlandschaft des Neusiedler Sees gestampft. Aus 110 Tonnen Stahl und Holz wurde die Kulisse gezimmert. Geschäftsführer Dietmar Posteiner spricht von „insgesamt zwölf Millionen Euro Produktionskosten“. Die dürften sich bezahlt machen. Der gestrige Premierenabend war längst ausverkauft, 6.000 begeisterte Zuschauer saßen auf den Tribünen. Insgesamt werden bis 24. August mehr als 200.000 Zuschauer ins „Mekka der Operette“ nach Mörbisch pilgern. Und auch via ORF 2 waren gestern Abend Tausende Österreicher live dabei. Das „musikalische Disneyland“ (ORF-Regisseur Kurt Pongratz) wurde live von zehn Kameras in die Wohnzimmer übertragen – was den Verkauf der wenigen Restkarten für die Festspiele noch einmal ordentlich anheizen dürfte.

Serafin, um den derzeit eine Nachfolgediskussion tobt (siehe rechts) war am Ende sichtlich zufrieden. Der stets gut gelaunte ­Intendant hatte aber schon lange vor der Premiere gewusst: „Dieser Abend wird ­wuuunderbaaar!“

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