Zukunftsmusik

VBW-Konzept: Ausbau des Raimund Theaters?

02.05.2014

An einer sinnvollen Lösung für das Raimund Theater scheiden sich die Geister.

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Ursprünglich hatten die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) angekündigt, ihr von der Politik gefordertes Umstrukturierungskonzept bis Ende März vorlegen zu wollen. Dem Vernehmen nach sind die von dem Theaterkonzern erarbeiteten Varianten nun am Tisch der politischen Entscheidungsträger - darunter die Idee, das Raimund Theater auf 1.600 Plätze auszubauen, um es kostendeckend betreiben zu können.

Meinungen gespalten
SPÖ-Kultursprecher Ernst Woller sieht im APA-Gespräch keinen akuten Entscheidungsdruck, zumal im Gemeinderatsbeschluss von einer Deadline keine Rede sei. Spätestens zur Budgetfassung Ende des Jahres müsse das fixe Konzept selbstredend vorliegen. Woller spricht sich dafür aus, jedes Szenario zu prüfen: "Wir wollen alle Varianten, die möglich sind, untersuchen. Es soll kein echtes Tabu geben, über das man nicht diskutiert." Zur Idee der Grünen, Ronacher oder Raimund Theater für andere Institutionen zu öffnen, hält Woller fest: "Wir werden kein Theater schließen - das ist die Vorgabe. Aber es gibt verschiedenste Wege, wie man ein Haus sinnvoll bespielt." Ob eine Sonderinvestition abseits des Jahresbudgets ausgeschlossen sei? "Das kann man so unbedingt nicht sagen. Der laufende Betrieb muss mit 37,1 Millionen auskommen. Ob es dazu notwendig ist, Investitionen zu tätigen, weiß ich nicht. Wir als Kulturpolitiker müssen auch andere Theater mit Investitionsbedarf und eine gescheite Gesamtlösung im Auge behalten. Was wir nicht wollen ist, dass ausschließlich bei den VBW investiert wird und bei den anderen nicht."

Kein Kommentar
Beim kleinen Koalitionspartner der SPÖ, den Grünen, stößt die ventilierte Idee, das Raimund Theater zu vergrößern, auf wenig Gegenliebe - vor allem der voraussichtlich mittlere zweistellige Millionenbetrag, der dafür veranschlagt werden müsste. VBW-Generaldirektor Thomas Drozda wollte sich gegenüber der APA zu etwaigen Umbauplänen nicht äußern: "Ich kann zum Ausbau von Häusern nichts sagen." Auch wolle er sich nicht mehr auf die Debatte einlassen, wann eine definitive Entscheidung falle. Einstweilen sei er jedenfalls sehr zufrieden mit dem 1. Quartal des Jahres. So habe das Theater an der Wien eine Auslastung von 99,1 Prozent erreicht, das ABBA-Musical "Mamma Mia" 96,3 Prozent und die Eigenproduktion "Der Besuch der alten Dame" 96,7 Prozent.

Wortkarg zeigte man sich im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ): "Die zukünftige strategische Ausrichtung der Vereinigten Bühnen Wien wird derzeit intensiv diskutiert. Daran wird auf Hochdruck gearbeitet." Dabei handle es sich um eine komplexe Aufgabe: "Hier geht Nachhaltigkeit und Realisierbarkeit vor Zeitdruck."

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