Kinostart
"Wuthering Heights": Margot Robbie und Jacob Elordi im Liebes-Taumel
06.02.2026Emerald Fennell hat den Literaturklassiker neu verfilmt - Ab 12. Februar im Kino
Dass die britische Exzentrik bisweilen sonderbare Blüten treibt, manifestiert sich wohl am deutlichsten in „Woofering Heights“: Einer filmischen Adaption von Emily Brontës Meisterwerk, die eigens für Hunde konzipiert wurde. Während David Tennant mit sonorer, beinahe hypnotischer Stimme über die kargen Landschaften Yorkshires philosophiert, soll das vierbeinige Publikum zur Ruhe finden. Es ist ein skurriles Zeugnis dafür, wie tief sich Wuthering Heights – jener Roman, der 1847 die literarische Welt erschütterte – in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat.
Ein literarischer Urknall
Als Emily Brontë ihr Werk unter dem männlichen Pseudonym Ellis Bell veröffentlichte, glich die Resonanz einem „herannahenden Zug“, wie es die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal treffend formuliert. Die viktorianische Kritik reagierte pikiert, teils entsetzt; man sprach von einem der „abstoßendsten Bücher“, die man je gelesen habe. Zu wild, zu ungestüm war dieser hybride Entwurf aus Schauerroman, Familiensaga und Rachetragödie.
Brontë verweigerte ihrem Publikum die moralische Instanz. Sie ließ ihre Leser schutzlos den Naturgewalten und den noch gewaltigeren Leidenschaften ihrer Protagonisten ausgesetzt. Im Zentrum: Heathcliff, jener düstere Antiheld, der als Findelkind Ausgrenzung und soziale Kälte erfährt und dessen einzige Seelenverwandte, Catherine, sich aus ökonomischer Notwendigkeit einem anderen verspricht. Ein Verrat an der Liebe, der eine Spirale der Vergeltung in Gang setzt, die Generationen überdauert.
Zwischen Popkultur und Postmoderne
Die Faszination für diesen Stoff ist ungebrochen. Ob Kate Bush 1978 im roten Kleid durch den Bodennebel tanzte oder nun die moderne Ästhetik Einzug hält – die „Sturmhöhe“ bleibt ein Fixstern. Sanyal adelt das Werk gar als den „postmodernen Roman des 19. Jahrhunderts“.
Für hiesige Cineasten hat das Warten bald ein Ende: Die neueste Verfilmung mit Margot Robbie und Jacob Elordi, untermalt von einem zeitgemäßen Soundtrack von Charli XCX, startet bereits am kommenden Donnerstag in den heimischen Kinos.
Das ewige Manifest der Liebe
Trotz aller Düsternis bleibt der Kern des Romans eine der gewaltigsten Liebeserklärungen der Literaturgeschichte. Es ist jener Monolog Catherines, der die Essenz menschlicher Verbundenheit auf den Punkt bringt: „Wenn die ganze Welt untergehen würde und nur er übrig bliebe, könnte ich weiterhin existieren.“