Opern-Premiere
Zwischen Baby und Mozart
An der Seite von Michael Schade (Titus) singt Elina Garanca, jüngst aus der Babypause zurück gekehrt, den Sesto.
ÖSTERREICH: Vor einem Jahrzehnt sangen Sie den Annio in „La clemenza“. Und jetzt den Sesto – ein Perspektivenwechsel?
Elina Garanca: Das kann man nicht sagen, denn ich bin ja inzwischen auch schon öfters – im Theater an der Wien oder in Paris – als Sesto aufgetreten.
ÖSTERREICH: Regie führt diesmal Jürgen Flimm. Wie ist die Zusammenarbeit?
Garanca: Toll! Es ist mit ihm lustig und spannend. Er verträgt Kritik und ist selber kritisch. Man kann mit ihm lachen und ernst arbeiten.
ÖSTERREICH: 2003 sangen Sie „La clemenza“ unter Nikolaus Harnoncourt. Jetzt dirigiert Louis Langrée ...
Garanca: ... ich werde die beiden aber jetzt nicht vergleichen! Ich kann nur sagen, dass beide Dirigenten der Partitur sehr viel Aufmerksamkeit schenken.
ÖSTERREICH: „La clemenza“ ist eine sehr schöne Oper – Ihre Lieblingsoper?
Garanca: Da bin ich vorsichtig, mit diesem Lieblings .... In jeder guten Oper gibt es tolle Momente. Aber sicher: In Titus gibt es Arien und Renner, die jeder kennt und die für Mezzos sehr erstrebenswert sind.
ÖSTERREICH: Ihr Kalender ist nach der Babypause wieder randvoll. Konzerte in Göttweig, Linz ...
Garanca: … es gibt auch Liederabende in Salzburg und München. Und am Ende des Sommers kommt das Verdi-Requiem in Salzburg und Luzern.
ÖSTERREICH: Fühlen Sie sich ausgeruht?
Garanca: Ausgeruht wäre das falsche Wort … Ich habe ein halbes Jahr nach der Geburt meiner Tochter nicht gesungen. Denn mit einem Baby schläft man ja – wie jeder weiß – nicht so lange, wie man sich das wünschte. Mental entspannter wäre der richtige Ausdruck. Weil ich eine ganze Weile aus der öffentlichen Aufmerksamkeit weg war.
ÖSTERREICH: Wie geht es Catherine Louise?
Garanca: Sehr gut, danke schön! Es ist ein munteres, neugieriges, ein wirklich sehr gutes Kind.