Konzert

Sunrise Avenue: Kreischen und Headbangen

07.03.2018

Das ist die Kritik zum Mega-Konzert in der Wiener Stadthalle.

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“Wir haben vom Mini-Club bis zum Megafestival wohl schon alle Locations gespielt, die es bei euch gibt.” Sunrise Avenue bestätigten gestern (6. März) in der Wiener Stadthalle den Ruf als große Österreich-Fans: Vom Opener Prisoner in Paradise, dem man noch im Halbdunkel ablieferte, bis zum Finale Hollywood Hills lieferte Samu Haber und Co. für 12.000 Fans (ausverkauft) eine ebenso kurzweilige, wie schmerzfreie Weichspül-Popshow, die beim Großteil weiblichen Publikum Kreischalarm auslöste (“Samu ist ja soooo süß”) und den eher zwangsverpflichteten männlichen Begleitern doch so manches Headbangen entlockte (I Help You Hate Me).

Bühnenbild 

Bei einem edlen Bühnenbild mit 24 Suchscheinwerfern, einem Kronluster und 5 riesigen Videoscreens lieferte man übermütig gleich 11 Songs (!) der aktuellen CD Heartbreak Century, für die man vorab backstage, quasi als Konzert-Doping, eine Goldene Schallplatte kassierte. Also alle bis auf Somebody Like Me (Crazy). Dass die Show trotzdem kein Spezialisten-Programm wurde, lag am bewährten Sunrise-Hit-Strickmuster: Selbst Albumfüller wie Point Of No Return hatten in der Stadthalle Instant-Wiedererkennungswert.

Hits

Dazu wirkte man möglicher Langeweile mit perfekt getimten Hits (Lifesaver) und charmanten Ansagen entgegen: “Bei The Voice musste ich ja nicht viel mehr sagen als ‘Ding Dong” oder ‘gut gemacht’. Das war ja wirklich eine Super Idee vom Regisseur einen Finnen der kein Wort Deutsch kann dafür zu engagieren” hatte Samu dabei die Lacher auf seiner Seite und wusste dem Wiener Publikum auch Honig ums Maul zu schmieren: “Wien ihr habt das schon 100 mal gesungen und wart dabei immer laut.” Dazu gab’s auch eine Sonderlob für seinen ehemaligen The Voice Kandidaten Robin Resch: “Der wird ein Weltstar und holt sich dann Justin Timberlake ins Vorprogramm.”

Großer Star

I Don’t Dance wurde mit einem Mini-Schlagzeug-Solo aufgefettet und bei Let Me Go durfte Tour-Keyboarder Osmo Ikonen kurz in die Klassik abdriften, sonst war aber Samu der große Star und seine Bandkumpane in den Hintergrund verbannt. Der Stimmung tat das keinen Abbruch: Feuerzeug-Meer bei Room, das Samu Unplugged auf einem Steg inmitten der Fans anstimmte, und Gänsehautartiges Publikums-Sing-Along zum Finale Fairytale Gone Badund Hollywood Hills. Zugabe am 17. Juni bei Nova Rock und am 19. Juli auf der Burg Clam. (zeidler)

Das war die Setlist in Wien (6. März 2018):

Prisoner in Paradise
Beautiful
Unholy Ground
Little Bit Love
I Help You Hate Me
Hurtsville
Heartbreak Century
Never Let Go
Room
Lifesaver
Question Marks
Flag
I Don’t Dance
Afterglow
Forever Yours
Let Me Go
Point of No Return
Fairytale Gone Bad

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