"Er wollte unbedingt Kinder"

Falco: Sein Testament

18.02.2017

Heute sind wir Falco! Ganz Österreich feiert seinen 60er. Es gibt auch wieder Zoff.

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© Sony/Rainer Hosch
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Muss ich denn sterben, um zu leben?“ Der posthume Hit Out Of The Dark (zehn Mil­lionen Youtube-Klicks, 30.000 verkaufte CDs und drei Wochen Platz eins in Österreich) als Motto zum großen Hype um Johann Hölzel alias Falco. Heute würde Österreichs größter Popstar, der am 6. Februar 1998 in der Dominikanischen Republik mit Kokain und Alk vollgepumpt in seinem schwarzen Mitsubishi Pa­jero zu Tode crashte, seinen 60er feiern, und ganz Österreich feiert mit: Themenschwerpunkte auf allen relevanten TV-Sendern und Radiostationen, ein Tribute-Konzert im U4 und die Ernennung zum Ehrenmitglied der AKM.

Falco auf oe24.Tv: Hits, Interview, Insider-Talk

Falco-Tag. Als Highlight bringt oe24.TV den ganzen Tag über neben den besten Falco-Videos und einem exklusiven Interview auch Insider-Infos der wichtigsten Wegbegleiter. Dazu läuft in ORF 1 der Spielfilm Verdammt, wir leben noch! (20.15 Uhr) mit Manuel Rubey als Falco und auf Kabel 1 Die ultimative Doku von Rudi Dolezal.

Tagebücher. Dabei skizziert der Falco-Leibfilmer auch anhand unveröffentlichter Tagebücher (Zitat: „Wieder da – und ganz allein. Und da, wo I eigentlich nimma sein wollt. I pock des nimma.“) nach dreijähriger Recherche die letzten Tage unseres einzigen Weltstars.

Für Aufregung sorgen dabei die Aussagen von Falcos ehemaligem EMI-Plattenboss und langjährigem Freund Hans Reinisch, der u. a. eine verschmähte Liebe zur Dorfschönheit Ce­lina (Anm. d. Red.: Celina Vinas) als Grund für den möglicherweise tödlichen Drogenrückfall nennen soll. Zitate die, so Reinisch, aus dem Zusammenhang gerissen wurden.

Streit. Und so tobt, nach dem bitteren, elf Jahre andauernden Erbstreit zwischen u. a. Falco-Bürgen Ronnie Seunig und Sachwalter Wilfried Köhler der nächste Falco-Streit.

Seine letzte Liebe spricht Klartext

»Er wollte unbedingt Kinder«

ÖSTERREICH: Wie feiern Sie heute Falcos 60er?

Caroline Perron: Ich werde heute Hans, so wie schon die letzten zwei Abende, im U4 gedenken. Dort spielen seine besten Freunde, die Goldfisch, ein Tribute. Ich werde aber nicht singen (lacht). Dazu bekommt er eine Ehrung der AKM. Es ist wunderbar, dass Österreich meinen Hans nicht vergessen hat. Der Hype ist jetzt ja sogar noch größer als damals rund um den 50.

ÖSTERREICH: Denken Sie an ihn? Träumen Sie von ihm?

Perron: Ich träume nicht mehr jeden Tag von ihm (lacht). Ich habe mindestens drei Jahre gebraucht, um seinen Tod zu verdauen, denn ich fühlte mich auch ein wenig schuldig daran.

ÖSTERREICH: Wie erinnern Sie Falco?

Perron: Ich habe viel von ihm und auch mit ihm gelernt. Die gemeinsamen Jamsessions in Gars am Kamp, wo er Gitarre und ich Schlagzeug gespielt habe, bleiben unvergessen. Auch, wie er komponiert hat. Er war wirklich ein Genie. Dazu war er der totale Familienmensch. Er hat meine Geschwister in Kanada sofort ins Herz geschlossen. Er hatte einen großartigen Sinn für Humor und liebte Kinder.

ÖSTERREICH: Jahrelang wähnte er sich als Vater …

Perron: Vom Schock, dass Bianca nicht seine Tochter war, hat er sich nie erholt. Er wollte unbedingt Vater sein. Wir sprachen auch oft über gemeinsame Kinder.

ÖSTERREICH: Aktuell erregen die Liebesgeschichte mit Celina Vinas und der Rückfall zu den Drogen …

Perron: Celina und Hans waren niemals ein Paar. Sie haben sich höchstens drei bis vier Mal getroffen, und ich weiß, dass sie am Schluss auch nicht mehr an seiner Seite war. Das ist eine große Intrige.

ÖSTERREICH: War es Selbstmord?

Perron: Klar waren am Schluss auch Drogen und Alkohol im Spiel, aber er wollte nie vor seiner Mutter sterben. Deshalb kann ich es mir nicht vorstellen.

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