Mit 82 Jahren

Helmuth Lohner ist tot

23.06.2015

Das bestätigte nun die Pressestelle des Theaters in der Josefstadt.

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© TZ ÖSTERREICH/Artner
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Große Trauer in der Theaterwelt: Der Wiener Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter

ist in der vergangenen Nacht im Alter von 82 Jahren gestorben. Das bestätigte das Wiener Theater in der Josefstadt, dessen künstlerischer Direktor Lohner 1997 bis 2006 war, am Dienstagvormittag.

Helmuth Lohner hätte im Dezember in der Regie von Herbert Föttinger und in einer Fassung von Peter Turrini den "Anatol" an der Josefstadt spielen sollen. Seine letzte Inszenierung war "Schon wieder Sonntag" mit Otto Schenk in den Kammerspielen der Josefstadt.

Trauer
Der Tod Helmuth Lohners bedeute "einen unersetzbaren Verlust für die Josefstadt, für das deutschsprachige Theater und großen Schmerz für alle, die ihn kennen und ihm nahestanden", hieß es heute in einer ersten Reaktion des Theaters in der Josefstadt.

"Helmuth Lohner war ein hinreißender Darsteller feinnerviger Charaktere, ein Sprachkünstler, dessen schauspielerische Präzision, Phantasie und Hingebungskraft bewundert wurde", wurde Direktor Herbert Föttinger in einer Aussendung zitiert. "Abseits der Bühne war er ein bescheidener Mensch von feiner Gesinnung, der auch als Direktor der Josefstadt für Toleranz, Mitmenschlichkeit und Güte stand."

Sein Leben in Bildern:



Jedermann-Darsteller
Lohner, der am 24. April 1933 in Wien geboren wurde, war einer der profiliertesten Charakterdarsteller seiner Generation. Neben seinem Stammhaus, der Josefstadt, spielte er an zahlreichen großen Bühnen des deutschsprachigen Raums, darunter auch am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen, wo er u.a. insgesamt zehn Jahre (darunter fünf Sommer in der Titelrolle) in Hofmannsthals "Jedermann" auf der Bühne am Domplatz stand. Zu seinen Auszeichnungen zählen die Kainz-Medaille (1980), der Titel Österreichischer Kammerschauspieler (1993) und die Ehrenmitgliedschaft der Josefstadt (2003).

1997 wurde er Direktor des Theaters in der Josefstadt. Bereits zum Ende seiner ersten Direktionszeit hatte er 2003 mit Molières "Menschenfeind" seinen Bühnen-Abschied gefeiert, sich aber ebenso zum Comeback überreden lassen wie zu seiner Rückkehr als künstlerischer Leiter nach einer einzigen Saison von Hans Gratzer. Nach zwei Saisonen übergab Helmuth Lohner Mitte 2006 die Theaterleitung an Herbert Föttinger und war seither vorwiegend als freier Regisseur tätig.
 
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