"Gesamtkunstwerker"

"Nicht woke": Alf Poier teilt bei Vernissage gegen Cancel Culture aus

07.05.2026

Alf Poier polarisiert wieder – diesmal jedoch nicht auf der Kabarettbühne, sondern in der Galerie Kaiblinger. Unter dem Motto „Cosmo hat den Tanzschein, Poier hat den Kunstschein!“ präsentierte der ESC-Kultstar seine neuesten Werke und holte dafür sogar seine legendären Requisiten aus Riga zurück.

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© Andy Dobersberger
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Alf Poier bewies bei seiner Vernissage einmal mehr, dass er sich in keine Schublade stecken lässt. Die Galerie Kaiblinger in der Wiener Innenstadt war am heutigen Donnerstag prall gefüllt, als der Künstler seine neuesten Bilder und Zeichnungen präsentierte. Ein besonderes Highlight für Fans: Erstmals sind die Original-Requisiten seines legendären ESC-Auftritts von 2003 sowie die berühmt-berüchtigte „Muku - Muku“ aus seinem Programm „Mitsubischi“ zu sehen.

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Abrechnung mit Woke-Kunst

In einer gewohnt scharfen Brandrede zum Eurovision Song Contest bezog Poier klar Stellung zur aktuellen Kunstszene. „Es ist nicht die Aufgabe der Kunst möglichst woke oder politisch korrekt zu sein, sondern gesellschaftsimmanente Themen allumfänglich zu diskutieren“, erklärte der Künstler. Ein wenig Humor könne dabei nicht schaden. Er verglich die Kunst mit einem Geländewagen, mit dem er lieber „einsame Wüsten“ als sechsspurige Autobahnen befahren möchte.

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Kult-Requisiten aus Riga

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Ein emotionaler Rückblick auf seinen Erfolg beim Song Contest durfte nicht fehlen. 2003 erreichte Poier in Riga den sensationellen sechsten Platz, obwohl ihn die Buchmacher zuvor auf dem letzten Rang gesehen hatten. Der Song „Weil der Mensch zählt“ bleibt unvergessen. Zum Abschluss des Abends gab Poier zur Freude der Gäste sogar noch ein paar Takte des Kult-Liedes zum Besten.

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Promi-Auflauf in Wien

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Die Liste der anwesenden VIPs unterstrich den Stellenwert des Künstlers in Österreich. Unter den Gästen waren unter anderem ESC-Teilnehmerin Stella Jones, „Alle Achtung“-Sänger Christian Stani, Jaqueline Lugner mit Leo Kohlbauer sowie Tassilo Wallentin. Auch Meinungsforscher Christoph Haselmayer, Kommunikationsberater Heimo Lepuschitz und Moderator Reinhard Jesionek ließen sich die dadaistische Bilderwelt und die zeitgenössischen Cancel-Culture-Werke nicht entgehen.

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Poier als Gesamtkunstwerker

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Ob als Kabarettist, Liedermacher, Buchautor oder Maler – Poier zeigt in seiner aktuellen Ausstellung seine gesamte Bandbreite. Die unverkennbaren Bühnenwerke, die er einst für seine international ausgezeichneten Programme malte, treffen nun auf neue, polarisierende Farbtöne. Galerist Siegfried Kaiblinger und Verlegerin Maria Seifert freuten sich über das enorme Interesse an der Ausstellung, die die bewegte aktuelle Zeit widerspiegelt.