Interview
Sarah Pidgeon: Hollywoods neuer Shootingstar über ihre ikonische Rolle in "Love Story"
27.04.2026Im großen PORTER-Interview spricht Sarah Pidgeon über die Erfolgsserie „Love Story“, Ruhm und die Frau hinter Carolyn Bessette-Kennedy.
Kaum eine Serie wird gerade so heiß diskutiert wie „Love Story“. Social Media ist seit Wochen voll davon, Mode-Inspos feiern ein 90s-Comeback – und im Zentrum des Hypes steht eine Frau, an der aktuell niemand vorbeikommt: Sarah Pidgeon. Mit ihrer eindringlichen Darstellung von Carolyn Bessette-Kennedy hat sie nicht nur Kritiker:innen überzeugt, sondern ein popkulturelles Revival ausgelöst, das weit über den Bildschirm hinausgeht.
Wer die Serie gesehen hat, versteht sofort, warum. Pidgeon spielt nicht einfach – sie verschwindet regelrecht in ihrer Rolle. Jede Geste, jeder Blick wirkt durchdacht, fast schon intim. Jetzt gewährt sie einen seltenen Einblick hinter die Kulissen – in der neuesten Coverstory von NET-A-PORTER’s Digital-Magazin PORTER spricht sie so offen wie nie über den Druck, die Erwartungen und das Gefühl, über Nacht selbst im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen – auf eine Weise, die unweigerlich an das Leben von Carolyn Bessette-Kennedy erinnert.
„Ich hatte nie das Gefühl: Jetzt habe ich sie verstanden“
Was ihre Darstellung so besonders macht? Vielleicht genau das: Zweifel statt Selbstgewissheit.
„Ich habe mir nie erlaubt zu denken: ‘Jetzt habe ich sie verstanden’“, erzählt Pidgeon. „Viele fragen mich, wann sich die Rolle wirklich gesetzt hat – aber ehrlich gesagt, dieses Gefühl hatte ich nie. Und bei dieser Rolle ganz bewusst nicht.“
Für sie war Carolyn Bessette-Kennedy keine Figur, die man einfach „greifen“ kann – sondern ein Mensch mit vielen Facetten, dem man sich vorsichtig annähern muss.
„Ich habe eine große Verantwortung gespürt, sie wirklich zu verstehen“, sagt sie. „Es gab keinen Moment, keine Szene, in der ich nicht innerlich überprüft habe, ob sich das richtig anfühlt – ob es zu der Person passt, die ich in ihr gesehen habe.“
Gerade weil Carolyn selbst so wenig von sich preisgegeben hat, blieb vieles Interpretation: „Wir mussten uns erschließen, was sie gefühlt haben könnte. Sie hat sich ständig verändert – und gleichzeitig bleibt sie in vielem ein Rätsel.“
Zwischen Mythos und Realität
Auch die Parallelen zu ihrem eigenen Leben lassen Pidgeon nicht los: „Mir ist wichtig zu sagen: Sie war eine Frau, die einfach ihr Leben leben wollte – und ich bin eine Schauspielerin in einer Serie“, ordnet sie ein. „Aber ich denke viel an sie. Es gibt diesen seltsamen Moment, in dem sich die Kunst plötzlich mit meinem eigenen Leben überschneidet.“
Denn auch Pidgeons rasanter Erfolg bringt eine ganz neue Realität mit sich: „Gerade passiert alles sehr schnell. Ich habe noch gar keine richtige Perspektive darauf, was das alles eigentlich für mich bedeutet.“
Öffentlichkeit damals und heute
Gedreht wurde in New York – an genau den Orten, die auch Carolyn und John F. Kennedy Jr. geprägt haben. Eine Erfahrung, die Pidgeon als Geschenk beschreibt, auch wenn sie schnell merkte, wie groß das öffentliche Interesse ist: „Noch bevor die Serie überhaupt draußen war, habe ich verstanden, dass ich beobachtet werde.“
Besonders spannend ist ihr Blick auf den Unterschied zwischen damals und heute: „Heute hat jeder ein Smartphone – in gewisser Weise kann also jeder zum Paparazzo werden“, sagt sie. „Früher konnte man sich vielleicht eher entziehen, durch einen Hinterausgang verschwinden. Heute ist es viel leichter, dass dein Standort sofort geteilt wird und jeder in Echtzeit weiß, wo du bist.“
Und genau hier wird die Parallele zu Carolyn spürbar: „Ich hoffe, ich werde nie in der Situation sein, in der sie war – dass man nicht einmal mehr mit seinem Hund spazieren gehen kann, ohne vor der Presse fliehen zu müssen.“
Der Druck auf Frauen
Auch über gesellschaftliche Erwartungen spricht Pidgeon überraschend offen: „Die Erwartungen an Frauen in der Öffentlichkeit spiegeln immer auch die allgemeinen Erwartungen an Frauen wider“, sagt sie. „Du darfst nicht zu wütend sein, sonst bist du sofort ‘schwierig’. Aber auch nicht zu kühl. Nicht zu leise, aber auch nicht zu laut.“
Ihr Fazit ist so simpel wie treffend: „Wenn ich mir manche Diskussionen anschaue, frage ich mich oft: Würden wir darüber genauso sprechen, wenn es ein Mann wäre?“
Trotz des plötzlichen Hypes wirkt Sarah Pidgeon erstaunlich klar in dem, was sie will – und vor allem in dem, was sie nicht will. Sich festlegen lassen, reduziert werden auf einen bestimmten Typ, eine Ästhetik oder eine einzige Rolle ist für sie keine Option. Wir dürfen also auf alles was noch kommt mehr als gespannt bleiben!
Das vollständige Interview mit Sarah Pidgeon finden Sie im Magazin PORTER unter https://www.net-a-porter.com/porter/article-629549bbda044c69
oder in der NET-A-PORTER App für iPhone, iPad und Android.