4 Mal so viel wert

Das ist die BESTE österreichische Aktie des Jahres

13.02.2026

Der steirische Halbleiterhersteller AT&S hat in einem Jahr seinen Aktienkurs um mehr als 300% gesteigert. Wer investiert war, hat sein Geld vervierfacht. KI-Boom und knallharte Strategie als Turbo.

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© AT&S
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AT&S ist nicht umsonst die beste österreichische Aktie der vergangenen zwölf Monate. Der steirische Halbleiterhersteller Austria Technologie & Systemtechnik AG erhöhte in den ersten neun Monaten 2025/26 den Konzernumsatz um 10 % auf 1,3 Mrd. Euro. Der operative Cashflow aus der Geschäftstätigkeit belief sich auf 332 Mio. Euro und lag um 361 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres, als man noch in den roten Zahlen war.

CEO Mertin: "Richtiger Kurs"

Der Kurs, den AT&S gefahren ist, war knallhart, aber richtig, sagt Konzernchef Michael Mertin:"Das dritte Quartal hat eindrucksvoll gezeigt, dass wir operativ auf dem richtigen Kurs sind." AT&S geht davon aus, 2025/26 einen Jahresumsatz von rund 1,7 Mrd. Euro zu erzielen (200 Millionen mehr als im Vorjahr).

© AT&S / Julia Trampusch

Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg von minus 1,4 auf plus 34 Mio. Euro an, das EBITDA, welches den Anteil der großen Investitionen darstellt, stieg sogar um 28% auf knapp 300 Millionen Euro.

Aktienwert vervierfacht

Binnen eines Jahres stieg der AT&S-Kurs um sagenhaft 310 Prozent. Die Aktie hat sich mehr als vervierfacht: Von knapp über 10 Euro auf fast 50 Euro. 

Da kann kein anderes österreichisches Unternehmen im ATX-Prime mithalten. Der Gesamtindex stieg in den vergangenen zwölf Monaten selbst um starke 40% und zeigt die großen, liquiden Werte, rund 40 Unternehmen. Für den Zeitraum 2025–2026 keine andere Aktie, die eine vergleichbare Performance erzielt hat. AT&S ist der unangefochtene Spitzenreiter. Voestalpine verdoppelte sich im Wert (+103%). 

Mega-Geschäft mit Leiterplatten

AT&S erwirtschaftet mehr als drei Viertel seines Umsatzes mit US-amerikanischen Unternehmen und generiert den Großteil seiner Umsätze in US-Dollar. Turbo für den Unternehmenserfolg waren der KI-Boom und die richtige Strategie. 2024 war der Konzern tief in den roten Zahlen und wollte rund 1.000 Stellen weltweit abbauen. Während man Kosten kürzte, wurde gleichzeitig dick investiert. Abermillionen flossen in die IC-Substrate-Produktion in den neuen Werken in Kulim und Leoben fließen. Dabei geht es um die Verbindungsträger zwischen Siliziumchips und Leiterplatten, die AT&S jetzt so effizient fertigt. 

Das Unternehmen hat sich von unrentablen Bereichen getrennt (z. B. dem Werk im koreanischen Ansan für ca. 400 Mio. €) und die Belegschaft global gestrafft, um die Fixkosten massiv zu senken. Die hohe Schuldenlast wurden durch Rückzahlungen gesenkt.

Ein Gamechanger abseits der klassischen Elektronik war der Einstieg in das Defense-Geschäft im September 2025. AT&S produziert nun hochspezialisierte Leiterplatten für die Rüstungsindustrie (z. B. für Kommunikations- und Radarsysteme). 

Jahrezehntelang waren die Milliarden-Investitionen in das Werk in Kulim (Malaysia) und das neue Forschungszentrum in Leoben ein Klotz am Bein, weil sie nur Geld kosteten, aber nichts produzierten. 2025 liefen diese Werke in die Serienproduktion hoch. Die Anlaufkosten sinken, während der Output steigt. Das verbessert das Ergebnis, weil die teuren Maschinen nun endlich Geld verdienen. 

Besitzer

Zwei Familien-Stiftungen halten seit Jahrzehnten das Zepter in der Hand und sichern die österreichische Identität des Konzerns. Zusammen kontrollieren sie über 35 % der Stimmrechte: Zum einen die Dörflinger Privatstiftung (ca. 18,1 %): Hinter dieser Stiftung steht Willibald Dörflinger, einer der Mitbegründer und langjähriges Gesicht von AT&S.

Weitere 17,6% gehören der Androsch Privatstiftung: Diese Anteile gehörten dem bekannten Industriellen und ehemaligen Vizekanzler Hannes Androsch, der im Dezember 2024 verstorben ist. Sein Anteil wird nun über seine Stiftung bzw. seine Erben (darunter Peter Schneider, der aktuell im Vorstand ist) weitergeführt. 

Knapp zwei Drittel der Aktien befinden sich im freien Handel. Das bedeutet, dass tausende Privatanleger und große Investmentgesellschaften Anteile halten. 

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