Geld anlegen
Geldjahr 2026: Die Investment-Chancen
03.01.2026
Das neue Jahr bietet Aussichten auf stabile Zinsen, starke Aktien – aber auch heftige Krisen.
Für Sparer sind die Aussichten 2026 nicht mehr so erfreulich wie in früheren Jahren, aber immerhin haben sie keinen Zins-Absturz zu befürchten.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei der letzten Sitzung ebenso wie in den Vormonaten nicht mehr an der Zinsschraube gedreht: Der Leitzins bleibt bei 2,0 %.
Hohe Teuerung bei uns
Derweil zeigt sich die Inflationslandschaft in der Eurozone durchaus unterschiedlich: Während die Inflation in Österreich bis inklusive November bei hohen 4 % verharrte, sind es im Durchschnitt des Euro-Raums nur rund 2 % – das Inflationsziel der EZB. In den Jahren zuvor hatte es wegen der hohen Preissteigerungen nach Corona und dem russischen Angriff auf die Ukraine viel höhere Leitzinsen gegeben, diese Zeit ist vorbei. Marktbeobachter rechnen 2026 mit einer Seitwärts-Tendenz bei den Zinsen in Europa.
Beim Sparzinsen-Vergleich der Nationalbank (OeNB) zeigt sich deutlich: Gab es 2024 noch bis zu 3,5 % auf täglich fälliges Geld, so sind es jetzt meist maximal 1,5 %. Sorgfältig vergleichen kann sich lohnen – so reicht die Bandbreite für täglich fälliges Geld im Vergleich von durchblicker.at immerhin von 1 bis 2 %. Etwas besser sieht es bei längeren Laufzeiten aus: Bei drei Jahren bieten zahlreiche Banken 2 %, bei fünf Jahren Bindung teils 2,50 %.
Nicht alles auf das Sparkonto legen
Streuung wichtig. Banker empfehlen, nicht nur an Sparkonten zu denken, sondern das private Vermögen auf verschiedene Asset-Klassen zu verteilen. „2025 war für viele Anleger:innen ein erfreuliches Jahr“, sagt Erste Asset Management-Chef Heinz Bednar: Trotz hoher Volatilität und geopolitischer Unsicherheiten gab es insgesamt „sehr solide Erträge“ – von österreichischen Aktien über Fonds bis hin zu Anleihen im höheren Risikobereich wie etwa Unternehmensanleihen, Goldaktien und Technologiewerten, so Bednar.
Schwacher US-Dollar. Gedämpft wurden US-Investments aus Euro-Sicht allerdings durch die Schwäche der US-Währung. Vor einem Jahr bekam man für einen US-Dollar noch 97 Eurocent. Mittlerweile nur noch 85. „Das unterstreicht, wie wichtig eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen und Währungen ist“, so Bednar. Besonders erfreulich sei das anhaltende Interesse der jüngeren Generation an Wertpapieren: Hier müsse es mehr Steueranreize für private Altersvorsorge geben.
Höhere Schwankungen an Aktienmärkten
Krisen. Uli Krämer, Leiter Portfoliomanagement der Kepler-Fonds KAG sieht 2026 „global gesehen die Konjunkturampel hellgrün“ zeigen – auch in Österreich. Der Zinssenkungszyklus in Europa sei praktisch abgeschlossen. „Dagegen sind in den USA Zinssenkungsfantasien noch intakt“, so Krämer. Die Aktienbewertungen seien zwar teils hoch, aber ohne „irrationale Überbewertungen“, und viele Marktsegmente seien nicht überteuert. Genauso seien auch die Möglichkeiten gegeben, mit Anleihen gut zu verdienen, so Krämer: „Somit scheinen die Bedingungen für einen weiteren Aufschwung gar nicht so schlecht.“ Aufregung und geopolitische Unsicherheiten seien aber zu erwarten, „wir werden 2026 höhere Schwankungen in Kauf nehmen müssen“.
Index-Fonds. Der MSCI World, lange Zeit der Inbegriff breiter Diversifikation, ist heute stark von wenigen US‑Megacaps dominiert. Das hat Rendite geliefert, erhöht aber das Klumpenrisiko erheblich. Für 2026 spricht daher vieles für einen gezielteren Zugang: weniger Konzentration, mehr Steuerung.
Gold und Bitcoin
Man sollte neben einem monatlichen Sparplan in einen Fonds auch überlegen, ob man als Teuerungsschutz auch Edelmetalle wie Gold kauft. Den Franz Joseph-Dukaten gibt es für 430 Euro. Mittlerweile haben auch schon 15 Prozent aller Österreicher Krypto-Assets gekauft. Lukas Enzersdorfer-Konrad, der Geschäftsführer der österreichischen Kryptobörse Bitpanda, sieht in Bitcoin einen Teuerungsschutz, weil es limitiert ist und Energie für die Herstellung braucht.
Wichtig ist bei allen Investments, dass man stets genug Cash für die Lebenshaltungskosten bereithält – und etwas mehr trockenes Pulver, um bei einem Absturz zuzuschlagen.