Wohnung und Enkerl

3 Tote auf Parkplatz - das ist das Motiv für die Todesschüsse

08.05.2026

Der Abschiedsbrief des 88-jährigen Schützen - der seine Frau, seine Tochter und sich mit einer alten Wehrmachtspistole erschoss - enthüllt die Abgründe, warum der pensionierte Schichtarbeiter am Parkplatz eines Ausflugsrestaurants ein wahres Blutbad anrichtete. 

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© Mike Wolf/ FOTOKERSCHI
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OÖ. Die Staatsanwaltschaft Linz hat die Ermittlungen nach dem zweifachen Femizid und Suizid am Donnerstag vor einem Traditionsgasthaus in Urfahr im Stadtteil St. Magdalena übernommen. Der bei den Toten gefundene Abschiedsbrief wurde inzwischen ausgewertet. Daraus geht hervor, dass Kurt F., dem 88-jährigen mutmaßlichen Täter, wohl die neue Lebenssituation der 61-jährigen Tochter, die nach Bayern gezogen war, nicht recht war - erstens konnte er den neuen Lebensgefährten der Tochter so überhaupt nicht ausstehen, den er als Halodri empfand, der nur das Geld zum Fenster rauswarf.

 

© Team Kerschi

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Insofern hat der Ex-Voestarbeiter anscheinend befürchtet, dass nach seinem und dem Ableben der Ehefrau die bereits auf die Tochter überschriebene Eigentumswohnung in Linz verkauft würde und alles verprasst werden würde und dass seine beiden heiß geliebten Enkelkinder von dem Erbe keinen Cent mehr sehen würden - gab die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz die Gedankengänge des Mannes aus dem Abschiedsbrief wieder. Und dann stärkte seine 89-jährige Frau der Tochter auch noch den Rücken. Aus seiner Sicht dürfte dieses (wohl auch von Altersdemenz getrübte) Alptraum-Gedankenkonstrukt der Grund für die Hinrichtung von Tochter und Frau gewesen sein. 

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Bevor der mutmaßliche Täter am Donnerstag gegen 13.30 Uhr vor dem Wirtshaus seine 89-jährige Frau und die Tochter erschoss und sich selbst das Leben nahm, waren die drei in dem Lokal essen gewesen, so die Ermittlungen. Im Wirtshaus sei es laut Zeugenaussagen zu keinem hörbaren Streit gekommen. Nach dem Verlassen des Lokals eskalierte dann aber alles. Der Mann hatte die historische Waffe, die er laut Angaben der Polizei illegal besessen habe, demnach dabeigehabt. Wie viele Schüsse er abgab, ist noch unklar.

Ab Freitagmittag sollen die drei Toten obduziert werden. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft rechnete am späteren Nachmittag mit einem Ergebnis.