Im Obervinschgau

31 Weidetiere gerissen: Erstmals Wolf in Südtirol legal geschossen

12.08.2025

In Südtirol wurde erstmals ein Wolf legal erschossen worden. 

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Erstmals ist in Südtirol ein Wolf legal geschossen worden. Das männliche, rund 45 Kilogramm schwere Raubtier wurde in der Nacht auf Dienstag in der Nähe von Mals im Obervinschgau erlegt, teilte das Land mit. Auf einer Alm in der Gegend waren von Mai bis Juli 31 Risse von Weidetieren verzeichnet worden, die von der Forstbehörde als Wolfsangriffe bestätigt und dokumentiert wurden. Am 30. Juli genehmigte Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) dann die Entnahme von zwei Wölfen.

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Vor wenigen Tagen hatte das Verwaltungsgericht in Bozen entschieden, dass die Abschussverordnung des Landeshauptmannes aufrecht bleibt. Zuvor war die Verordnung durch einen Rekurs von drei Tierschutzorganisationen vorübergehend außer Kraft gesetzt. Diese Außerkraft-Setzung bzw. Aussetzung wurde letztlich vom Verwaltungsgericht aufgehoben bzw. der Eilantrag der Tierschutzorganisationen abgewiesen. Das Gericht stellte fest, dass der Abschuss von zwei Wölfen den günstigen Erhaltungszustand der Population in Südtirol nicht gefährde. Die Verhandlung in der Hauptsache, die für den 9. September angesetzt war, bleibt aufrecht. Auch die Wildbeobachtungsstelle des Landes hatten sich für die Entnahme der zwei Wölfe ausgesprochen.

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Die Genehmigung zur Entnahme war 60 Tage lang gültig. "Der Wolf ist in Südtirol zunehmend zur Bedrohung für die traditionelle Almwirtschaft und teilweise auch für die öffentliche Sicherheit geworden", betonte indes Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher (SVP) die Notwendigkeit der Maßnahme.

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Von "streng geschützt" auf "geschützt"

Die Europäische Union hatte zuletzt den Schutzstatus des Wolfs von "streng geschützt" auf "geschützt" herabgestuft. Die entsprechende Änderung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) trat am 14. Juli in Kraft.