Absurde Vorwürfe

Arzt vor Todesstrafe: "Wollte Leben retten"

21.07.2011

Kampf um OÖ-Mediziner in Dubai  - Entlastung durch neues Gutachten.

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Obwohl die Medizinerkommission der Vereinigten Arabischen Emirate Dr. Eugen Adelsmayr bereits von allen Vorwürfen freigesprochen hatte, bescherte ihm die Intrige zweier Kollegen in Dubai die schlimmste Erfahrung in seiner Karriere. Wie berichtet, wurde dem Spitzen-Intensivmediziner, der im Rashid-Krankenhaus gearbeitet hat, der Pass abgenommen. Der einstige Notarzt vom Christophorus-4-Team in Tirol darf den Wüstenstaat nicht mehr verlassen, seine Frau, die beiden Söhne und die Großeltern in Oberösterreich bangen um ihn, denn der Staatsanwalt in Dubai verlangt die Todesstrafe!

Absurde Vorwürfe
Jetzt erhält der 50-Jährige Schützenhilfe von seiner Standesvertretung in Österreich. Martin Stickler von der Bundes-Ärztekammer meint: „Die Vorwürfe sind absurd, wir helfen unserem Kollegen, wo es nur geht.“

Klinik, nicht der Doktor, verweigerte Maßnahme
So hat Primarius Walter Hasibeder von den Barmherzigen Schwestern in Ried ein neues Gutachten erstellt, wonach Adelsmayr seiner Meinung nach völlig unschuldig ist – die Expertise soll bei der nächsten Verhandlung am 7. August in Dubai vorgelegt werden.

Bei der Anklage geht es darum, dass Eugen Adelsmayr und ein Kollege einen querschnittsgelähmten Patienten 2009 die Behandlung verweigert hätten bzw. mit Opiaten Sterbehilfe geleistet hätten.

Schrittmache
Laut Hasibeder wurden die Opiate nur zur Beruhigung des Patienten eingesetzt, der drei bis viermal pro Tag Herzstillstände hatte: „Mein Kollege wollte dem Patienten sicher nicht schaden, sondern ihm einen Herzschrittmacher einsetzen und so das Leben retten. Doch die Klinik lehnte die Maßnahme mit dem Verweis auf die schlechte Prognose des Patienten ab.“ Als der Mann starb, war Adelsmayr seit drei Tagen auf Urlaub – und gar nicht im Spital. Jetzt hoffen alle, dass der Österreicher schnell freikommt.

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