Blutiger Streit
Asylwerber schlägerten sich mit zerbrochener Flasche
15.01.2026Bei der Auseinandersetzung in Traiskirchen wurden beide Kontrahenten verletzt. Einer ging dann auch noch auf das Spitalspersonal los.
NÖ. Zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen einem Marokkaner (27) und einem Algerier (28) kam es bereits im September des Vorjahres in Traiskirchen. Die beiden Tatverdächtigen wurden mit den Scherben einer zertrümmerten Glasflasche verletzt. Am Mittwoch fand zu der schweren Attacke ein Lokalaugenschein der zuständigen Behörden am Tatort statt - vor den Augen zahlreicher Schaulustiger. Die Beschuldigten wurden getrennt voneinander vor Ort befragt.
Der heftige Streit hatte an dem Tag gegen 10 Uhr im Flüchtlingsheim begonnen und sich nach draußen verlagert. Dort spielten sich die dramatischen Szenen vor den Augen mehrerer geschockter Zeugen im Bereich des Vorplatzes zum Bahnhof in Traiskirchen an zwei verschiedenen Schauplätzen ab. Warum sich die beiden Asylwerber in die Haare gekommen waren, war vorerst unklar. Die Schilderung der beiden geht völlig auseinander.
Wie sich herausstellte, waren beide Männer gleichermaßen verletzt. Sie wurden sicherheitshalber getrennt in die Spitäler nach Baden und Wiener Neustadt gebracht, wobei der Marokkaner, der am Mittwoch zugab doch ein Algerier zu sein, im Krankenhaus ausrastete und auf die Cops und das Spitalspersonal losging.
Klaffende Wunde am Hals
Nach bisherigen Ermittlungen steht dieser nun im Verdacht versucht zu haben seinen Kontrahenten zu töten, indem er ihm eine Glasscherbe in die linke Halsseite rammte. Dabei entstand eine 20 cm lange klaffende Wunde vom Kehlkopf bis zum Ohr reichend, zudem wurde der Algerier am Unterarm erwischt. Dort klaffte nach dem Vorfall eine 30 cm lange Schnittwunde.
Auch sein Kontrahent, der Algerier B.M. soll zu einer Glasflasche gegriffen und auf den Marokkaner losgegangen sein. Vertreten wird dieser durch den renommierten Anwalt Wissam Barbar. "Mein Mandant wurde zuerst verletzt und ging dann erst in Todesangst gegen seinen Kontrahenten los."
Drei bis fünf Mal soll der Algerier gegen den Kopf seines Widersachers geschlagen haben, bis die Flasche zersprang. Mit den Scherben soll er schließlich laut Zeugen gezielt auf den Hals des Marokkaners eingestochen haben, wodurch dieser Stichwunden unterhalb seines Ohres erlitt.
Die Anklage in dem Fall steht bisher noch nicht. Es bleibt noch offen, ob wegen versuchten Mordes oder schwerer Körperverletzung angeklagt wird.