Prozess in Linz
Schüler ging mit Messer auf Familie los - Mutter erlitt 30 Stiche!
01.04.2026Ein 17-Jähriger ging mit einem Stanley- und einem Fleischermesser auf die eigene Familie los. Er ist wegen Schizophrenie allerdings nicht zurechnungsfähig.
OÖ. Ein 17-Jähriger steht am Mittwoch in Linz vor Gericht, weil er Mitte Juni des Vorjahres in Pasching (Bezirk Linz-Land) seine Mutter und seine Schwester töten wollte. Der Teenager war dabei allerdings nicht zurechnungsfähig, er hat schweren psychische Porbleme. Die Staatsanwältin hat daher die Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum beantragt. Die Verteidigerin sprach von Körperverletzung.
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Anlassdelikt ist laut Anklagebehörde versuchter Mord in zwei Fällen. Der an Schizophrenie erkrankte Betroffene solle nach einem Streit mit dem Vater wegen einer Medikamenteneinnahme zuerst im Wohnzimmer auf seine Mutter mit einem Cuttermesser, das der Schüler in seinem Werkkoffer hatte, mehrfach eingestochen haben. Die 13-jährige Schwester, die ihrer Mutter helfen wollte, soll der damals 16-Jährige auch mit dem Messer attackiert haben; sie wurde leicht verletzt. Als es der 43-Jährigen gelang, ihrem Sohn das Messer abzunehmen, habe dieser ein Fleischermesser aus der Küche geholt und nochmals zugestochen, sie erlitt multiple schwere Verletzungen. Der Verletzten gelang es dann, zu den Nachbarn zu flüchten, die Hilfe holten.
Die Staatsanwältin sprach von einem glücklichen Zufall, dass die Mutter überlebt habe. Heute habe sie "über 30, teils wulstige, Narben" im Gesicht und am Oberkörper. 2025 hatte der psychisch erkrankte Schüler begonnen, seine Medikamente nicht mehr einzunehmen, führte die Staatsanwältin aus. Nachdem ein Psychiater den Eltern mitgeteilt habe, dass von ihrem Sohn eine Gefahr ausgehe, hätten sie sich nachts ebenso wie die Tochter in ihren Zimmern eingeschlossen, so die Staatsanwältin weiter.
Die Verteidigerin des Teenagers hingegen hielt den Eltern vor, sich nicht um die entsprechende Behandlung des Sohns gekümmert zu haben. Dies habe letztendlich zu der Tat geführt, wenngleich die Anwältin nur von einer Körperverletzung sprach, ein Tötungsvorsatz könne dem Betroffenen nicht angelastet werden.
Der 17-Jährige soll bisher keine Einsicht gezeigt haben, Medikamente zu nehmen. Er wollte vor Gericht nur direkt auf Fragen des Richters antworten. Als sich dieser nach seinem Zustand erkundigte, meinte er, nur im Juni 2025 nicht "krankeneinsichtig" gewesen zu sein. Heute sei er das schon. Aber damals sei er überfordert gewesen, wollte nicht mehr duschen, bestätigte er auf Nachfrage des Richters. Als der Vater am 15. Juni ihm das Ultimatum stellte, wenn er seine Medikamente nicht nehme, müsse er in ein Heim, sei es zu einer sehr belastenden Situation gekommen. Doch er habe den Ärzten misstraut und daher seine Medikamente nicht eingenommen.
Nachdem am Mittwoch nicht alle Zeugen geladen werden konnten, wird es noch einen weiteren Verhandlungstermin geben.