So wenig wie zu Beginn der Krise

Balkan dicht: Flaute bei Asylanträgen

03.03.2016

10.000 Flüchtlinge stauen sich vor Mazedonien – Österreich profitiert vom Grenzstopp.

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© APA
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Die harte Politik Österreichs bringt derzeit tatsächlich weniger Asylanträge – vergangene Woche war die schwächste seit April 2015, also seit fast einem Jahr.

  • Im Jänner 2016 hatte es rund 7.000 Asylanträge gegeben.
  • Im Februar flaute die Zahl der Anträge sukzessive ab – am Ende des Monats waren es dann rund 5.000 Anträge, in der letzten Februar-Woche waren es 820 – so wenig zum Beginn der Krise. Anträge wurden übrigens weniger an der Südgrenze gestellt, vielmehr suchten viele aus Deutschland Zurückgeschickte um Asyl an.
  • Höchstgrenze geknackt. Allerdings: Will die Regierung die Höchstzahl von 37.500 nicht überschreiten, muss sie noch mehr bremsen: Selbst wenn 820 pro Woche zur Regel wird, wäre das Limit Anfang Oktober geknackt.
  • 740 Rückführungen hat es übrigens im Jänner gegeben – 510 Flüchtlinge gingen freiwillig. Hier will die Innenministerin auf eine Monatszahl von rund 1.000 kommen – in fünf Jahren soll es dann 50.000 Rückführungen geben.   Günther Schröder

© Reuters

(Quelle: Reuters)

10.000 am Grenzzaun: So leiden Kinder
Der kleine Ort Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze ist Schauplatz des europäischen Versagens in der Asylkrise. „Die Situation ist relativ angespannt. Es werden immer mehr Menschen“, berichtet Michaela Sieger, die für die Caritas vor Ort ist. In dem Flüchtlings-Camp sollten maximal 1.600 Menschen Platz finden – nun sind es schon 10.000. Rund 70 Prozent von ihnen sind kleine Kinder und Frauen, darunter auch Schwangere. „Sie leben hier unter widrigsten Bedingungen.“

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