Wichtiger Lostag
Bauernregel: "Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein, …"
02.02.2026Der 2. Februar, als Mariä Lichtmess bekannt, gilt seit Jahrhunderten als wichtiger Lostag im Jahreslauf.
Lange bevor es Wetter-Apps gab, versuchten die Menschen mithilfe von Bauernregeln, aus den Zeichen dieses Tages Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf von Winter und Frühling zu ziehen. Besonders die Frage, wann der Frühling Einzug hält, stand dabei im Mittelpunkt.
- Eine bekannte Regel lautet: „Gibt’s an Lichtmess Sonnenschein, wird’s ein später Frühling sein.“ Was zunächst widersprüchlich klingt, folgt einer klaren Logik. Strahlender Sonnenschein Anfang Februar wurde als Zeichen für anhaltende Kälte gedeutet. Ein klarer Himmel bedeutete oft Frostnächte – und damit einen Winter, der sich noch nicht geschlagen gibt. Ein früher, milder Frühling war in diesem Fall also nicht zu erwarten.
- Noch drastischer formuliert es die Bauernregel „Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.“ Sie warnt davor, sich von ungewöhnlich mildem Wetter täuschen zu lassen. Wenn die Natur Anfang Februar bereits grünt, könnte das ein Vorbote für einen erneuten Wintereinbruch sein. Ein früher Vegetationsbeginn galt als riskant, weil er die Pflanzen anfällig für spätere Fröste machte – mit der Folge, dass selbst zu Ostern noch Schnee fallen könnte.
- Demgegenüber steht die hoffnungsvollere Weisheit: „Auf Lichtmess lasst es Winter sein, kommt der Frühling bald herein.“ Sie bringt das bäuerliche Erfahrungswissen auf den Punkt. Herrscht an Lichtmess noch echtes Winterwetter mit Kälte und Schnee, so wurde das als gutes Zeichen gesehen. Der Winter habe dann seinen Höhepunkt erreicht und mache bald Platz für den Frühling.
Auch wenn moderne Meteorologie diese Regeln nicht eins zu eins bestätigt, zeigen sie doch, wie genau frühere Generationen die Natur beobachteten. Bauernregeln rund um Lichtmess sind damit weniger exakte Wettervorhersagen als vielmehr kulturelle Zeugnisse – sie erzählen von Hoffnung, Vorsicht und dem ewigen Wunsch nach einem baldigen Frühling.