Handgreiflich

Jäger-Prügel für Tierschützer

21.11.2007

Turbulenter Höhepunkt einer Treibjagd im Burgenland: Jäger nahmen statt Hasen filmende Tierschützer ins Visier.

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Ein gerichtliches Nachspiel wird der Jagdausflug von 60 Waidmännern am vergangenen Sonntag in Zurndorf haben: Die Männer und Frauen sahen sich plötzlich mit einer 40-köpfigen Gruppe von Tierschützern konfrontiert, die lautstark gegen den Abschuss von Fuchs und Hase skandierten. Schließlich platzte den Jägern angesichts der für ihre umstrittenen Aktionen bekannten Aktivisten vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) der Kragen: Es kam zu wilden Tumulten – wovon die zuständige Polizei Gattendorf nichts wissen will. "Informationen über Handgreiflichkeiten sind uns nicht bekannt“, allerdings hätten sich die Aktivisten extrem provokant verhalten, meinte ein Beamter am Telefon. VGT-Obmann Martin Balluch kommentiert: "Diese Szenen zeigen das wahre Gesicht der Jagd. Derartig primitive Ausbrüche roher Brutalität, die darauf ausgerichtet ist, feinfühlige, sich selbstlos für Tiere einsetzende Menschen zu schlagen, zu verletzen und zu beleidigen, können nicht mit dem Hinweis auf Provokation gerechtfertigt werden. Auf beiden Filmen ist auch keinerlei Provokation seitens der Tierschützer erkennbar."

Die Beweisvideos
In dem einem Beweisvideo sieht man einen Tierschützer, der die Jagd filmt. Plötzlich kommt ein Jäger von hinten, legt seine Waffe auf den Boden und greift den ahnungslosen Tierschützer an. Der Tierschützer wird gegen das Auto geschleudert und fällt zuletzt auf den Boden, wo sich der Angreifer auf ihn stürzt und wie verrückt auf ihn einschlägt. In diesem Augenblick wird der Kamermann von anderen Jägern angegriffen, weil diese ihm die Kamera entreißen wollen. So soll verhindert werden, dass für diese Gewalttaten ein filmischer Beweis überlebt. Der Kameramann stürzt zu Boden und schreit um Hilfe. Die Kamera wird schwarz, weil der Tierschützer sie unter seinem Körper schützt, um den Raub der Kamera zu verhindern.

Das zweite Video ist ebenfalls gedreht auf der Treibjagd südlich von Zurndorf am Sonntag den 18. November 2007. Man sieht einen Tierschützer, der die Jagd filmt. Plötzlich kommt ein Jäger von hinten, legt seine Waffe auf den Boden und greift den ahnungslosen Tierschützer an. Der Tierschützer wird gegen das Auto geschleudert und fällt zuletzt auf den Boden, wo sich der Angreifer auf ihn stürzt und wie verrückt auf ihn einschlägt. In diesem Augenblick wird der Kamermann von anderen Jägern angegriffen, weil diese ihm die Kamera entreißen wollen. So soll verhindert werden, dass für diese Gewalttaten ein filmischer Beweis überlebt. Der Kameramann stürzt zu Boden und schreit um Hilfe. Die Kamera wird schwarz, weil der Tierschützer sie unter seinem Körper schützt, um den Raub der Kamera zu verhindern.

Anhand des Bild- und Tonmaterials will der VGT nun Anzeige wegen Drohung, Körperverletzung und Nötigung erstatten. Auf die Tierschützer wartet indes ein Verfahren wegen Störung der Jagd.

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