Brutal

Jagd auf Kopfschuss-Räuber

28.11.2007

Die serbische Justiz hat zwei Männer, die einem 22-Jährigen in den Kopf geschossen haben, freigelassen. Jetzt werden die Täter international gejagt.

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© BPD Burgenland
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Die Brutalo-Räuber schlugen vor genau zwei Jahren zu: Ende November 2005 stürmten drei Verbrecher in ein Juweliergeschäft in der Fußgängerzone in Eisenstadt und bedrohten die Angestellten mit Waffen. Als die Gangster nach dem Coup davonliefen, verfolgte sie der junge Uhrmacher Bernd R. aus Wiener Neustadt. Der mutige Mann konnte einen der Täter festhalten – da zog der Räuber eine Waffe und schoss Bernd B. aus nächster Nähe in den Kopf. Die schrecklichen Folgen: Der junge Niederösterreicher ist seither vom Hals abwärts gelähmt, wird nie wieder ein normales Leben führen können.

Schock
Wut und Unverständnis herrscht indes über die Vorgangsweise der serbischen Justiz: Monate nach dem Überfall waren drei Mitglieder einer Profi-Bande in Belgrad geschnappt worden. Theresia Schneider-Ponholzer von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt: „Durch DNA-Spuren konnten sie eindeutig als die Räuber identifiziert werden.“ Aber Serbien lieferte seine Landsleute nicht aus, sondern ließ zumindest zwei von ihnen einfach frei. Die Männer tauchten sofort unter und sind seither wie vom Erdboden verschluckt. Der dritte Verdächtige sitzt in Haft, allerdings wegen eines Deliktes, das er in seiner Heimat begangen hat.

Haftbefehl
Jetzt wird nach dem flüchtigen Schützen und seinem Komplizen mittels internationalen Haftbefehls gesucht. Da die Männer Profi-Verbrecher sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, sie bei neuerlichen Coups im Ausland zu stellen. Staatsanwältin Schneider-Ponholzer: „Dem Haupttäter drohen 20 Jahre Haft bis lebenslänglich. Seine beiden Helfer könnten 15 Jahre hinter Gitter kommen.“

Kein Trost
Das ist allerdings kein Trost für Opfer Bernd R. und seinen Vater Erich: „Ob die Männer flüchtig sind oder nicht, ändert nichts für meinen Sohn und an der Tatsache, dass er behindert bleibt. Mit jetzt 24 Jahren wird er in einem Landespflegeheim betreut und muss zur Kenntnis nehmen, wie es um ihn steht. Darunter leidet er extrem.“

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