Fangfrage an der Grenze

Diese Frage entscheidet, ob Flüchtlinge einreisen dürfen

25.02.2016

Mit dieser Fangfrage will man Kriegsflüchtlinge von Wirtschaftsflüchtlingen unterscheiden.

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© APA/ Schneider
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Seit Jahresbeginn hat Österreich bereits 11.000 Asylanträge angenommen – das sind mehr als 200 pro Tag. Mit sogenannten Tages- und Stundenkontingenten möchte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner nun die Zahl der Asylanträge deutlich reduzieren. Nur mehr 80 Asylanträge pro Tag werden  an der österreichischen Grenze angenommen. Außerdem dürfen pro Tag nur 3.200 Flüchtlinge nach Deutschland durchreisen.

Doch wer darf ins Land und wer nicht? Eine Fangfrage soll laut einem Profil-Bericht beim Grenzübergang in Spielfeld die Flüchtlinge aussortieren. Das Blatt spricht von einer Lotterie. Die Gretchenfrage: „Was wollen Sie in Deutschland“. Diese Frage soll über das neue Leben des Flüchtling entscheiden. Die Beamten wollen damit die Spreu vom Weizen trennen. 

„Wenn jemand auf die Frage antwortet, ich will ein besseres Leben, oder einen bestimmten Beruf nennt, wird er zurückgeschickt.“, wird eine Helferin im Profil zitiert.  Der Grund: Man wolle zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen unterscheiden.

Das ist die richtige Antwort
Wer weiterreisen will, soll demnach „Ich will in Deutschland um internationalen Schutz ansuchen.“ antworten. Diese Fragen werden vom Asylrechts-Experten und Grazer Anwalt Ronald Frühwirt kritisiert. Frühwirt im Gespräch mit dem Profil: "Solche Fangfragen sind bedenklich. Wenn jemand sagt, er will in Deutschland arbeiten, heißt das nicht, dass er nicht Asyl will“.

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