Wegen Asylheim

Eberauer Bürgermeister bedroht

09.03.2010

Das geplante Asylzentrum in Eberau brachte Bürgermeister Strobl viel Kritik ein. Doch damit nicht genug, man drohte ihm sogar Watschen an.

Zur Vollversion des Artikels
© APA
Zur Vollversion des Artikels

Karl R. war an diesem Tag ziemlich geladen. Und als Burgenländer fühlte er sich überhaupt total „verarscht“. Wegen Eberau und dem Asylzentrum . Und nur darum griff er am 21. Dezember 2009 gegen 15 Uhr zum Telefon und rief Walter Strobl, den Bürgermeister von Eberau, an, um ihm zu sagen, dass „ich dir ein paar Watschen aufleg, du Volltrottel, wenn ich da runter komm“. Und um ihn zu fragen, ob „du a Provision von der Fekter Mitzi kriegst für diesen Kuhhandel“. Nachsatz: „Du Volldepp.“ Dass jetzt die Staatsanwaltschaft Wien hinter ihm her ist und die Kriminalpolizei ihn am Montag zu einer dreistündigen Einvernahme bat, versteht er aber überhaupt nicht. 16 Seiten umfasst sein Akt, „gefährliche Drohung“ wird ihm vorgeworfen. K. kopfschüttelnd: „Wegen ein paar Watschen, die er nie gekriegt hat.“

Horror-Briefe
Für den damals heftig kritisierten Bürgermeister übrigens kein Einzelfall. „Außer diesem Anruf gab es viele Briefe, die meisten davon anonym, einige waren sehr heftig“, erinnert sich Bürgermeister Walter Strobl an eine harte Zeit. Einen besonders erschütternden Brief kennt auch Karl R., denn er kam in seiner Einvernahme zur Sprache. „Aber ich schreib keine anonymen Briefe, ich bein kein Wurm – außerdem war er mir in der Gangart zu heftig, der Schreiber wollte den Bürgermeister ja am Baum aufhängen“, schildert K. Nachsatz: „Man kann man das nicht so arg formulieren.“

Ob es zu einer Anklage kommt, entscheidet die Staatsanwaltschaft.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel