Prozess in Salzburg

Ehefrau erstochen: Mann spricht von Notwehr

07.04.2014

Mord oder Notwehr? Angeklagter bestreitet vorsätzliche Tötung seiner Frau.

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© APA
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Es war ein blutiges Gemetzel zwischen einem Ehepaar vor den Augen der kleinen, gemeinsamen Tochter Elma (3). Das Mädchen musste am 6. September des vergangenen Jahres mit ansehen, wie ihre Mama Amira (26) durch mehrere Stiche getötet und ihr Vater (37) nach einem Bruststich blutüberströmt zusammenbrach. Die Staatsanwaltschaft klagte den Bosnier Izet M. wegen Mordes an, doch sein Anwalt sagte am Montag vor Gericht: „Sie hat zuerst zugestochen, es war Notwehr.“

Der Angeklagte selbst will sich an den genauen Tatablauf nicht mehr erinnern können. In einem Punkt aber war er sich ganz sicher: „Wir haben gestritten, da hat Amira ein Messer geholt. Ich spürte einen starken Schmerz. Das Messer war in meiner Brust eingestochen.“ Danach sei der Angeklagte ohnmächtig geworden. Als er wieder zu sich kam, sei seine stark blutende Frau tot auf dem Bett gelegen.
Staatsanwältin Claudia Schmidhofer rekonstruierte einen völlig anderen Ablauf. Demnach habe Izet M. fünf Mal auf seine Frau eingestochen und sie schließlich mit einem Halsschnitt getötet. „Danach rief er einen Verwandten in der Schweiz an und teilte diesem mit, dass er sich umbringen werde“, sagte die Anklägerin.

Verteidiger Karl Wampl: „Es war ein Mordversuch der Ehefrau mit nachfolgendem Selbstmord. Mein Mandant hat die Messerattacke nur abgewehrt.“ Das Urteil wird für heute erwartet, es gilt die Unschuldsvermutung.
 

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