Werner Grissmann

Ex-Skistar beteuert: 'Ich war nüchtern'

26.10.2006

Zwischenfall am Nationalfeiertag: Ex-Abfahrer Grissmann fuhr mit seinem Audi über die Skipiste. Im oe24.at-Interview nimmt er Stellung.

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War’s Temporausch, Übermut oder eine Mutprobe? Wie von ÖSTERREICH exklusiv berichtet, brauste Ex-Skirennläufer Werner "Grizzly" Grissmann (54) am Nationalfeiertag die Abfahrtspiste von Bad Kleinkirchheim hinunter. Allerdings nicht auf Brettln, sondern in einem exquisiten Audi Q7-Geländewagen. Und brandgefährlich, weil da um 14:05 Uhr wegen des Franz-Klammer-Wandertages hunderte Teilnehmer durch die Botanik stapften. Eine Frau wurde von Grissmanns Wagen gestreift und an der Hand verletzt. Sie erstattete Anzeige.

Im Interview mit ÖSTERREICH nahm "Grizzly" zu seiner Amokfahrt Stellung.

ÖSTERREICH: Sie haben mit dem Auto eine nicht alltägliche Route ins Tal gewählt.
Werner Grissmann: A Topfn is passiert. Ich bin mit dem Auto zu weit über den Fahrbahnrand hinaus gekommen und im Gelände gelandet. Dann bin i runter.

ÖSTERREICH: Aber schneller als im Geländegang?
Grissmann: Das kommt, wenn ein Auto in glitschigem Gelände 2,2 Tonnen wiegt und rutscht. Glauben Sie, für mich war das angenehm?

ÖSTERREICH: Haben Sie schon die Wanderer gefragt, ob’s für die angenehm war?
Grissmann: Ich bin unten ausgestiegen, hab mich überall entschuldigt, aber nix von einer Verletzten gesehen.

ÖSTERREICH: Dann haben Sie sich aus dem Staub gemacht?
Grissmann: Blödsinn. Ich hab’ den ÖAMTC angerufen, damit er die Kiste abholt. Dann bin ich ins nächste Gasthaus. Ich hab’ ein Bier gebraucht nach dem Schock.

ÖSTERREICH: Nur eines? Sie waren ja vier Stunden verschollen.
Grissmann: Wieder ein Topfn. Die Polizei hat mich angerufen und zum Alko-Test bestellt. Ich bin sofort hingegangen.

ÖSTERREICH: Und?
Grissmann: 0,0 Promille.

ÖSTERREICH: Sie wurden wegen Gefährdung der Allgemeinheit angezeigt?
Grissmann: Nein, ich war ja nur auf Privatgrund unterwegs. Beim Wagen sind die Felgen hin. Sonst war nix.

Die Vorgeschichte
Ausgerechnet am Nationalfeiertag fuhr der ehemalige Skirennläufer Werner Grissmann mit seinem Audi das letzte Stück des Zielhanges der Kaiserburg-Abfahrt in Bad Kleinkirchheim in Kärnten hinunter. Mehrere Menschen mussten sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen, eine Frau wurde dabei angeblich leicht verletzt.

Teure Fahrt
Die Autofahrt über die Kärntner Skipiste könnte den ehemaligen Abfahrtsläufer teuer zu stehen kommen. Grissmann wird wegen fahrlässiger Gemeingefährdung und fahrlässiger Körperverletzung angezeigt. Der Audi Q 7 im Wert von 90.000 Euro wurde bei der spektakulären Aktion beschädigt.

Grissmann verschwunden
Nachdem ihn die Polizei aufgespürt hatte, gab Grissmann zu Protokoll, er hätte mit seinem Audi die Abfahrtsstrecke queren wollen, habe allerdings die nasse Wiese unterschätzt. Um sich nicht zu überschlagen, habe er die direkte Linie der Kaiserburg-Abfahrt genommen.
Zur Polizei sagte Gissmann auch, er habe mit seinem geländetauglichen Wagen angeben wollen. Nach seiner Einvernahme und einem negativ (0,0 Promille) verlaufenen Alkoholtest konnte Grissmann wieder gehen.

Haider, Klammer bei Event
An der Veranstaltung in den Nockbergen, die von einer Kärntner Tageszeitung und dem ORF beworben worden war, nahmen bei prächtigem Wetter neben Grissmann auch Ex-Olympiasieger Franz Klammer, Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (B) und TV-Moderator Arnulf Prasch teil.

Halbzeit-Weltmeister
Werner Grissmann ist als der " Zwischenzeit-Weltmeister" und großer Spaßvogel in die Geschichte des Alpinsports eingegangen. Der gelernte Rauchfangkehrer hatte 1973 in St. Moritz seinen einzigen Weltcup-Sieg verzeichnet und in Garmisch-Partenkirchen WM-Bronze errungen. Nach seiner aktiven Laufbahn erfand "Grizzly" unter anderem den Bewerb "Dolomitenmann" , den er seit vielen Jahren mit großem Erfolg organisiert.

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