Im Gefängnis

Fritzl will jetzt Jus studieren

06.03.2010

Inzest-Täter Josef Fritzl will „Doktor Monster“ werden. Der 74-Jährige möchte in der Justizanstalt Stein ein Jus-Fernstudium beginnen.

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Fast ein Jahr schien es, als habe Inzest-Monster Josef Fritzl mit seinem Leben abgeschlossen. Am 19. März 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt, dämmerte der Grusel-Greis in der Strafanstalt Stein apathisch vor sich hin. Er bekam noch nie Besuch. Selbst in der Sonderabteilung für geistig abnorme Rechtsbrecher, intern „Deppentrakt“ genannt, wird er von Mithäftlingen gemieden. Er sitzt in einer Einzelzelle und ist meist auch beim täglichen Hofspaziergang isoliert.

Bettelbriefe an Familie
Einzige Abwechslungen: Die Mahlzeiten, die ihm ein Totschläger in den Haftraum bringt – und das Verfassen von Bettelbriefen, wie Fritzls Schwägerin Christine R. (58) erzählt. „Durch seinen Konkurs ist er mittellos und schreibt der Familie alle zwei Wochen, dass er sich im Gefängnis nicht einmal ein Cola leisten kann, und schon gar nicht das Spezial-Shampoo, das er für seine implantierten Haare braucht.“ Bisher blieb jede Post unbeantwortet.

Was den 74-Jährigen aber offenbar nicht entmutigt. Denn wie’s aussieht, schöpft er plötzlich aus einem verblüffenden Plan neue Kraft: In einem Brief an seine älteste Tochter Ulrike (52), AHS-Professorin an einer Privatschule in Oberösterreich, hat Fritzl jetzt gleich um 3.800 Euro gebeten. Begründung: „Ich möchte im Gefängnis ein Jusstudium machen und brauche das Geld für die nötigen Unterlagen.“

Doktor Monster
Was unglaublich klingt, ist theoretisch tatsächlich möglich. Weil Fritzl zwar keine Matura, aber eine abgeschlossene Berufsausbildung (Elektrotechniker) hat, könnte er in der Zelle für eine „Studienberechtigungsprüfung“ (fünf Fächer) büffeln und danach ein Fernstudium beginnen. Fleiß und wachen Geist vorausgesetzt, würde der Jahrhundertkriminelle dann mit etwa 82 Jahren zum „Dr. jur.“ promovieren.

In der Praxis aber stehen die Chancen schlecht, weil Fritzl von seiner Familie nichts erwarten kann. Seine gebrochene Frau Rosi hat bereits ihren Namen geändert.

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