50 Windräder

Kärntner Windkraft-Zonierung könnte rasch Novelle brauchen

29.01.2026

Restriktive Regelung für maximal 50 Windräder soll nächste Woche beschlossen werden.

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Ktn. Der Kärntner Landtag soll kommende Woche eine restriktive Zonierung für Windkraftanlagen beschließen, die maximal 50 Windräder erlaubt. Allerdings könnte rasch eine Novelle mit großzügigeren Rahmenbedingungen nötig werden, hieß es seitens der ÖVP bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Denn für Anfang März werden die Ergebnisse einer in Auftrag gegebenen Studie zur Stromversorgung erwartet, inklusive Szenarien, wie insbesondere die "Winterstromlücke" zu schließen wäre.

Die Studie, mit der das Land die Österreichische Energieagentur (AEA) beauftragt hat, sei Teil der Einigung aller vier Landtagsparteien, SPÖ, ÖVP, FPÖ und Team Kärnten gewesen, die nach der inzwischen vom Verfassungsgerichtshof als rechtswidrig beurteilten Volksbefragung zum Windkraftausbau vor einem Jahr zustande kam. Eine knappe Mehrheit hatte sich für ein Windrad-Verbot "zum Schutz der Kärntner Natur" ausgesprochen. Der verhängte Stopp für in Planung oder Bau befindliche Windräder läuft im Februar aus, daher müsse man die Zonierung mit 0,078 Prozent der Landesfläche jetzt beschließen, sagte LH-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP).

250 Gigawattstunden Import pro Jahr

Klubobmann Markus Malle nannte eine Zahl zur Versorgungslücke: 250 Gigawattstunden Strom importiere Kärnten im Schnitt pro Jahr. 2022 habe es keinen einzigen Monat ohne Zukäufe gegeben, 2023 sei in fünf Monaten zugekauft worden, 2024 in vier. Dieser Strom komme derzeit aus Kohle- und Atomkraftwerken. Malle: "Wir brauchen mehr Autonomie, damit wir von schwankenden Stromgebühren unabhängig sind." Man setze sich auch für einen österreichweit einheitlichen Netztarif ein.

Der für Energie zuständige Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) sagte, die Studie werde verschiedene Szenarien zeigen, mit welchen Energiequellen der Strombedarf im Land gedeckt werden könne, inklusive jeweils nötigem Flächenverbrauch, Investitionsbedarf und den Folgen für die Netzkosten. Es könnte also rasch nötig werden, die Begrenzung auf 50 Windräder zu überdenken. Die Studie kostet 65.000 Euro. Die ÖVP verteidigte den nun geplanten Beschluss vor Vorliegen der Studienergebnisse. Novellen seien nicht ungewöhnlich, auch falls der Bund verbindliche Ausbauziele vorgäbe, bräuchte es wohl eine Novelle.

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