Tausende auf der Straße

Klima-Demo legt Wien lahm

29.11.2019

Die FridaysForFuture-Bewegung geht wieder auf die Straße.

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Die internationalen Klimademonstrationen der FridaysForFuture-Bewegung am "Black Friday" haben auch in Österreich zu Protesten geführt. Bei der größten Demo in Wien trafen die Aktivisten einander um 12.00 Uhr bei der U2-Station Krieau, gegenüber der OMV-Zentrale. Erneut erschienen tausende vor allem junge Menschen.
 
© APA/HERBERT NEUBAUER
 
Bei der OMV bekundeten die Demonstranten ihren Unmut über die Ölkonzerne. "Ölkonzerne pumpen in der Ferne, zerstören unsere Umwelt, nur für einen Batzen Geld", skandierten sie in Richtung des Gebäudes. Den Mitarbeitern beschieden sie: "You deserve a green job" (Du hast dir einen grünen Job verdient, Anm.). Zentrale Forderung war "Raus aus fossilen Energien, rein in die Zukunft".
 
© APA/HERBERT NEUBAUER
 
 

Abschlusskundgebung vor Ministerium

Die Demo zog gegen 12.30 Uhr zur Zwischenkundgebung vor die Wirtschaftskammer Wien (WKW). Autofahrerklubs befürchteten dabei Staus auf der Ausstellungsstraße, der Franzensbrückenstraße, dem Franz-Josefs-Kai, der Lassallestraße, der Nordbahnstraße, der Praterstraße, dem Praterstern und der Schüttelstraße. Das Ende der Klimademo war um 14.00 Uhr vor dem Umwelt- und dem Wirtschaftsministerium am Stubenring angesetzt.
 
© APA/HERBERT NEUBAUER
 
Proteste gab es am Freitag in sämtlichen Landeshauptstädten. In Wien und Vorarlberg galt der Streik wieder als schulbezogene Veranstaltung, wodurch die Schüler im Rahmen des Unterrichts teilnehmen durften.
 

Tausende demonstrierten in Graz für "Verkehrswende" 

Tausende Demonstranten haben Freitagmittag in Graz für mehr Klimaschutz demonstriert. In der steirischen Landeshauptstadt hatten sich die Aktivisten um 11.59 Uhr vor der Oper getroffen, um loszumarschieren. Sie forderten "Verkehrswende statt Weltende"und plakatierten: "Advent, Advent, die Erde brennt". Die Menschen sollten "mehr Liebe und weniger CO2 machen", hieß es aus den Lautsprechern.
 
© APA/INGRID KORNBERGER
 
Bereits um 11.00 Uhr hatten sich vor der Karl-Franzens-Universität rund 100 Menschen zu einer Radparade getroffen, die von der Plattform "MoVe iT" organisiert wurde. Viele Studierende radelten von der Uni zur Oper, um dort auf die Schüler der FridaysForFuture-Bewegung zu treffen. Doch nicht nur Schüler waren gekommen, auch viele Erwachsene, die sich für den Klimaschutz einsetzen. Kurz nach 12.00 Uhr marschierten sie vom Opernring über die Wielandgasse, die Schönaugasse, die Brockmanngasse und die Münzgrabenstraße zurück zum Ausgangspunkt.
 
FridaysForFuture Graz forderten für Europa "Klimaneutralität bis 2035 statt 2050, um eine lebenswerte Zukunft für Mensch und Tier zu gewährleisten, und die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu verhindern". Österreich als "reiches und industrialisiertes Land muss die Verantwortung übernehmen" und essenzielle Maßnahmen setzen, "um ein sicheres Leben für alle Österreicherinnen und Österreicher sowie für das restliche Leben auf der Erde sicherzustellen". Die Klimakrise treffe längst nicht mehr nur die ärmsten Staaten auf der Erde, sondern auch Menschen hier vor Ort. "Somit sei es nötig, den fundamentalen politischen, wirtschaftlichen, ökonomischen und sozialen Wandel sofort in die Wege zu leiten."
 

1.500 Teilnehmer trotzten nasskaltem Wetter in Bregenz

Zahlreiche Schüler und Klima-Aktivisten haben am Freitag in Bregenz nasskaltem Regenwetter getrotzt und im Rahmen der "Fridays for Future"-Umweltbewegung erneut für einen verbesserten Klimaschutz demonstriert. Laut Polizei nahmen etwa 1.500 Personen an der Demo teil, die Veranstalter sprachen von 2.500 Teilnehmern. Die Kundgebung verlief völlig friedlich.
 
Die Bildungsdirektion Vorarlberg hatte die Klimastreik-Demonstration - wie bereits jene Ende September - zur schulbezogenen Veranstaltung erklärt, womit die Vorarlberger Schüler automatisch im Rahmen des Unterrichts an der Demo teilnehmen durften. Trotz des unfreundlichen Wetters fanden sich gegen 11.00 Uhr - dem offiziellen Startpunkt der Demo - mehr und mehr Personen beim Bahnhof ein, auch wenn letztlich die Teilnehmer-Zahl der September-Kundgebung (4.000) nicht erreicht wurde.
 
Wie bereits bei den vorangegangenen Demonstrationen sprachen die Transparente der Teilnehmer eine deutliche Sprache: "This earth is on fire" war ebenso zu lesen wie "Game over?" oder "Wir schwimmen auf Plastik". Auf dem Marsch zum Landhaus wurde per Megafon der Takt vorgegeben: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!" skandierte die Menge im Gleichklang. Zudem forderte sie vehement "climate justice" (Klimagerechtigkeit).
 
Nach kurzem Weg - die Polizei führte den Demonstrationszug aufgrund des Bregenzer Weihnachtsmarktes anders als sonst nicht über den Kornmarktplatz, sondern durch die Anton-Schneider-Straße - kamen die Demonstranten auf dem Vorplatz des Vorarlberger Landhauses an, wo die Ansprachen begannen. Der Koordinator der "Fridays for Future"-Bewegung in Vorarlberg, Aaron Wölfling, rief die Demonstranten dabei vor allem dazu auf, "nicht nachzulassen".
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