Störaktion ging schief

Klima-Kleber crashten Jedermann-Premiere - doch kaum jemand bemerkte es

22.07.2023

Auch die 'Jedermann'-Premiere bleibt nicht von der ''Letzten Generation'' verschont.  

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© Letzte Generation
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Die Klima-Aktivisten der  "Letzte Generation" sorgten am Freitagabend einmal mehr für Aufregung. Gleich mehrere Mitglieder der Gruppierung saßen bei der Jedermann-Premiere in Salzburg verteilt im Publikum und starteten ein Brüll-Konzert in Richtung Bühne. "Wir alle sind die Letzte Generation! Wir haben die Lösungen, die wir brauchen'', beginnt ein Aktivist zu schreien. Ein anderer, der die Störaktion zudem filmte, eskaliert dann völlig und schreit sich die Seele aus dem Leib: "Wir haben die Lösungen. Der Klimarat hat's letztes Jahr gezeigt!" 

 

 

"Hat das zum Stück gehört"

Allerdings bekam kaum jemand was von der Störaktion mit. Mit seiner bereits dritten Neuinszenierung  setzt Regisseur Michael Sturminger nämlich auf apokalyptische Düsternis in einer von Klimawandel und Kapitalismus zersetzten Welt. Daher war es zunächst nicht ganz klar, ob die Störaktion zu Beginn des Fests, zu der sich die "Letzte Generation" nach der Premiere am Freitagabend auf Twitter bekannte, nicht vielleicht zur Inszenierung gehörte, die wetterbedingt vom Domplatz ins Festspielhaus verschoben wurde. Wich die Salzburger Nachrichten berichten sollen viele Zuschauer gefragt haben:  "Hat das jetzt zum Stück gehört?". Auch die Darsteller auf der Bühne schienen relativ unbeeindruckt von der Einlage der Klimaaktivsten zu sein und setzten die Premiere normal fort. 

Schließlich hatte der zweistündige Abend bereits mit einer - inszenierten - Störaktion begonnen, in der Aktivisten mit Warnwesten auf die Bühne stürmten und die Fassade von Jedermanns Villa mit oranger Farbe besprühten. Etwa zur Hälfte des Stücks meldeten sich dann im Saal verteilte Aktivistinnen und Aktivisten mit Rufen wie "Wir alle sind die Letzte Generation!" zu Wort, bevor sie aus dem Saal eskortiert wurden und das Geschehen auf der Bühne nahtlos weiterging. 

 

Auf Twitter schrieb die "Letzte Generation" zu ihrer Aktion: "Was bleibt von einem Menschenleben? Jedermann hat Verantwortung. Deswegen haben wir die Festpiel-Premiere gestört. Wir halten der Gesellschaft den Spiegel vor. Sind wir zu bequem, uns zu retten?" 

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