Warndienst
Lawinen: In Unglücksregionen herrschten Warnstufen zwei bzw. drei
18.01.2026In den Lawinen-Unglücksregionen in der Steiermark und Salzburg hatten am Samstag die Warnstufen zwei beziehungsweise drei geherrscht. Das ergab eine APA-Anfrage bei den zuständigen Diensten am Sonntag.
Im Bereich des Unglücks in der Steiermark bei Pusterwald herrschte am Sonntag Lawinenwarnstufe zwei von fünf. Die Lawinengefahr wurde vom Lawinenwarndienst in den Hochlagen mit mäßig beurteilt.
Allerdings befänden sich Gefahrenstellen speziell hinter Kämmen, Geländekanten und in steilen Rinnen und Mulden. Schneebrettlawinen können an den Gefahrenstellen vereinzelt schon durch kleine Zusatzbelastung ausgelöst werden und mittlere Größe erreichen, hieß es. In Kärnten war die Lawinengefahr von Süden nach Norden mit eins bzw. zwei eingeschätzt. An der Landesgrenze zu den Hohen Tauern etwa herrschte Warnstufe drei. Das Risiko wurde für beide Bundesländer von den jeweiligen Diensten als gleichbleibend beurteilt.
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Warnstufe drei in Salzburg
Die Lawinengefahr in Salzburg war vom Lawinenwarndienst am Samstag ab einer Seehöhe von rund 1.800 Metern von "Gefahrenstufe zwei - mäßig" auf Gefahrenstufe drei - erheblich" aufgestuft worden. Bereits am Vormittag noch bei mäßiger Gefahr war vom Warndienst die Prognose ausgesprochen worden, dass die Tendenz einer Lawinenwahrscheinlichkeit steigen werde. Besonders nach der Verschärfung der Warnung war auf Schneebrettlawinen hingewiesen worden, die durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden können und mittlere Größe erreichen würden.
Die Gefahrenstellen würden sich gehäuft bei im Nordwest bis Nordost schauenden Steilgelände befinden, teilweise aber auch im Ost- und Südsektor, hinter Geländekanten sowie in Rinnen und Mulden. Triebschnee neben abgewehten Bereichen wäre gut erkennbar und sollte unbedingt gemieden werden, lautete der Hinweis am Samstag. Risse und Setzungsgeräusche beim Betreten der Schneedecke wären Hinweise auf die Gefahr.
Unter dem Einfluss milder Luft und Sonneneinstrahlung konnte sich die Schneedecke von Freitag auf Samstag setzen und wurde bis etwa 2.000 Meter hinauf "pappig". Eine zumindest dünne Schmelzkruste war in der Früh gegeben, in den Föhnschneisen lag frischer Triebschnee auf einer windabgewandt in den Hochlagen oft noch lockeren Altschneeunterlage und war dort störanfällig, wie die Situation am Tag der Katastrophe beschrieben wurde. Weitere Schwachschichten aus kantigen Kristallen und Tiefenreif lagen im Altschnee darunter, wobei auf die Möglichkeit oberflächlich ausgelöster Lawinen hingewiesen wurde.
Sonntag: Stufe zwei bis drei in Vorarlberg, eins in NÖ
In Vorarlberg wurde die Lawinengefahr am Sonntag oberhalb von 2.000 Metern mit Stufe drei und damit als erheblich bewertet. Darunter galt mäßige Gefahr (Stufe zwei). Als Tendenz gab der Warndienst für den Beginn der nächsten Woche an, dass das Risiko gleich bleiben werde.
Geringe Lawinengefahr (Stufe eins) herrschte indes am Sonntag in Niederösterreich. Auch hier war vorerst keine Änderung des Status zu erwarten.