Schwere Vorwürfe
Falsche Krebs-Diagnose: Gesunde Gebärmutter entfernt - Opfer reagiert jetzt mit Anzeige
01.02.2026Nachdem am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz einer Frau fälschlicherweise die gesunde Gebärmutter entfernt worden ist, erheben un die 30-jährige Patientin und ihr Anwalt schwere Vorwürfe gegen das Uniklinikum in Linz.
Der Frau war die gesunde Gebärmutter entfernt worden, weil eine Gewebeprobe im Labor kontaminiert worden war und man deshalb von einem aggressiven Krebs ausging. Erst nach der Operation stellte sich heraus, dass das Organ gesund und nur die Probe verunreinigt war.
Klinikverantwortliche weisen Fehler von sich
Kaum zu glauben: Das Uniklinikum hatte bereits nach Bekanntwerden des Falls mitgeteilt, dass aus seiner Sicht kein medizinisches oder rechtliches Fehlverhalten vorliegen würde. Bei der Probe sei es "zu einer äußerst seltenen pathologischen Komplikation" gekommen, was selbst "bei sorgfältigsten Abläufen unter strengsten Qualitätsstandards nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden" könne.
Öffentlicher Skandal
Das Portal "News" berichtet über die schockierende Causa. Während der Anwalt der Patienin, Rainer Hable, über Monate vergeblich um Gespräche mit der Klinik und der oberösterreichischen Gesundheitsholding ersuchte, ging diese zu ihrem Schock nun selbst an die Öffentlichkeit. Ohne ihre Zustimmung!
Die Gesundheitsholding veröffentlichte ihre Sicht der Dinge über ein Regionalmedium. Auch der Ärztliche Direktor des Kepler Uniklinikums, Karl Heinz Stadlbauer, äußerte sich öffentlich – unter anderem in der „ZiB 2“. Worte des Bedauerns oder eine Entschuldigung blieben dabei aus.
"Ich war fast ohnmächtig"
Erst nach massiver Kritik an der als empathielos empfundenen Kommunikation lenkten die Verantwortlichen im Ton etwas ein. Für die Patientin kommt das zu spät. „Ich war fast ohnmächtig“, sagt sie. „Warum reden sie mit einer Zeitung – aber nicht mit mir?“ Besonders schmerzlich sei für sie gewesen, wie sachlich über ihr Schicksal gesprochen worden sei: „Ich bin keine Prozentzahl.“
Anwalt kündigt Strafanzeige an
Das Vorgehen wirft nun auch rechtliche Fragen auf. Obwohl die Pressestelle zuvor selbst auf die ärztliche Schweigepflicht hingewiesen hatte, wurden Details öffentlich kommuniziert. Rechtsanwalt Hable kündigt deshalb eine Strafanzeige an. Der Umgang mit seiner Mandantin sei „seit Monaten skandalös“, mit dem mutmaßlichen Bruch der Vertraulichkeit sei „eine neue Stufe erreicht“. Das Vertrauen in die handelnden Personen sei endgültig zerstört.