Zahlung

Ministerin fordert von Lehrling 36 Euro

10.10.2012

Justiz überwies angeblich zu viel Lohn - Beatrix Karl lehnte gütliche Einigung ab.
 

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© TZ ÖSTERREICH/Bruna
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Wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert – dieses alte österreichische Sprichwort dürfte sich Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) besonders zu Herzen genommen haben. Diesen Eindruck hatte zumindest ihr Parteikollege, der Ombudsmann Gottfried Feurstein. „Ich bin wirklich erschüttert, dass die Ministerin so hart geblieben ist.“

Die unglaubliche Geschichte: Im vergangenen Oktober freute sich eine junge Frau in Vorarlberg über ihren erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung bei der Staatsanwaltschaft. Doch die Freude währte nicht lange.

Zahlung
Nur ein paar Wochen später flatterte ihr eine Zahlungsaufforderung ins Haus. „Die Staatsanwaltschaft habe ihr versehentlich 36 Euro und 6 Cent zu viel ausgezahlt. Sie müsse das Geld umgehend zurückerstatten“, sagt Gottfried Feurstein, der den Lehrling beim Kampf gegen die Justiz unterstützt hatte.

Bürokratie
Die junge Frau weigerte sich zunächst das Geld zu zahlen, sah sich im Recht. Feurstein schrieb sogar einen Brief an die Ministerin. Doch die forderte knallhart die exakte Summe zurück. Ihr Argument: Bei einem Streitwert bis 18 Euro hätte man das Geld der Auszubildenen erlassen, aber nicht bei 36 Euro und 6 Cent. Feuerstein kann nur mit dem Kopf schütteln: „Da wuchert die Bürokratie.“

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