Pressekonferenz

Mord in Pensionisten-Heim: DNA-Spuren überführten Türken

17.02.2026

In einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen kamen weitere Details ans Licht. 

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© APA/Helmut Fohringer
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Wien. Die Ermittlungen der Landespolizei im Fall rund um den brutalen Mord an Friederika S. in der Döblinger Seniorenresidenz sind bald abgeschlossen. In einer Pressekonferenz der Landespolizeidirektion wurde über den aktuellen Stand am Dienstagmorgen informiert. 

© Überwachungskamera zeigt, wie der Türke kurz vor der Tatzeit das Seniorenheim betritt - mit Blumen in der Hand (zVg)

DNA-Spuren am Mordopfer und im Heimzimmer der 87-Jährigen, wie oe24 bereits berichtete, sollen die brutale Tat praktisch aufgeklärt haben. Diese stammen eindeutig von dem 61-jährigen Tatverdächtigen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ihm droht bei einer Verurteilung wegen Mordes bis zu einer lebenslangen Haft. 

Todeszeitpunkt eingegrenzt

Nach dem Auffinden der zugedeckten Toten in ihrem Bett -sie dürfte dort schon seit Stunden gelegen haben, denn laut neusten Ermittlungen wurde der Tatzeitraum am Vorabend, den 19. Jänner, zwischen ungefähr 16 und 18.25 eingeschränkt, wurde das Türen- und Tresorsystem ausgewertet. Die Türe des Heimzimmers soll um 16 Uhr das letzte Mal geöffnet worden sein, der Tresor hingegen wurde um 18.21 aufgeschlossen.

Gefunden wurde Friederika erst am nächsten Tag, den 20. Jänner. Obwohl bereits eine Pflegkraft im Zimmer gewesen war, fiel der Tod nicht auf, da angenommen wurde, die Pensionistin schlafe noch. Erst als Friederika S. nicht zum Mittagessen auftauchte, wurde Alarm geschlagen.

Nach dem Leichenfund ermittelte die Polizei im Umfeld der Pensionistin. Aufgrund von Mitarbeitern des Luxusheimes und Aussagen von Bewohnern rückte allerdings schnell der Mann auf den Videoaufzeichnungen des Heimeinganges in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Der 61-jährige Türke kam am Tag der Tat mit einem auffälligen Blumenstrauß ins Gebäude, telefonierte lautstark in der Cafeteria und hielt sich laut Augenzeugen länger vor dem Zimmer von Friederika S. auf. Der Tatverdächtige wurde schließlich am 30. Jänner in der Wohnung einer Bekannten in Penzing festgenommen. 

Opfer wurde brutal erwürgt

Klar ist laut Oberst Gerhard Winkler auch die Todesursache. Die Gewalteinwirkung auf den Hals war dermaßen stark, dass der Schildknorpel, der größte Knorpel des Kehlkopfes, gebrochen wurde. Im U-Haftbeschluss steht Tod durch Erwürgen. 

Das Mordopfer soll zudem mehrere Hämatome und Kratzer, eine Blutunterlaufung am Ober- und Unterarm und vier Rippenbrüche erlitten haben. Zudem sollen viele Nägel, die künstlich verlängert waren, abgebrochen sein. 

Offen bleibt hingegen, warum Goldschmuck in ihrem Hals und im Rachenbereich entdeckt wurde. Ob sie diesen selbst runtergeschluckt hatte, um den Diebstahl zu verhindern oder der Tatverdächtige diesen ihr brutal in den Mund gesteckt hatte, ist aktuell  noch unklar.

Auch dazu gibt der 61-Jährige, der die angelastete Tat bisher nicht gesteht, derzeit keine Auskunft. Im Gegenteil: Er will sogar sein ehemaliges Betrugsopfer besucht haben. Laut Winkler sei dieses mittlerweile aber bereits verstorben. Es handle sich um fadenscheinige Aussagen. 

Nicht der erste Fall in dem Heim

Laut den Ermittlern war es nicht der erste Vorfall in dem Heim in Zusammenhang mit dem 61-Jährigen. Im Jahr 2020 hatte der Tatverdächtige schon einmal dort eine Bewohnerin um ihr gesamtes Vermögen gebracht. Er wurde deshalb zu einer Haftstrafe verurteilt.