87-Jährige erwürgt

Mord in Pensionisten-Heim: Opfer starb wegen 800 Euro

17.02.2026

In einer Pressekonferenz am Dienstag kamen weitere Details ans Licht: So ergab die Obduktion, wie schlimm der Angriff auf 87-Jährige war: Neben dem Schildknorpel im Hals wurden der Frau vier Rippen gebrochen. Und sie hatte überall Hämatome - im Gesicht, an den Armen, an der Hand. 

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© Beschuldigter kam mit Blumen ins Nobelheim (Viyana Manset Haber,) zVg
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Wien. Die Ermittlungen der Landespolizei im Fall rund um den brutalen Mord an Friederika S. in der Döblinger Seniorenresidenz sind bald abgeschlossen. In einer Pressekonferenz der Landespolizeidirektion wurde über den aktuellen Stand am Dienstagmorgen informiert. 

© Überwachungskamera zeigt, wie der Türke kurz vor der Tatzeit das Seniorenheim betritt - mit Blumen in der Hand (zVg)

DNA-Spuren am Mordopfer und im Heimzimmer der 87-Jährigen sollen - wie oe24 bereits berichtete - die brutale Tat praktisch aufgeklärt haben. Diese stammen eindeutig von dem 61-jährigen Türken Yilmaz C. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ihm droht bei einer Verurteilung wegen Mordes bis zu lebenslange Haft. 

© APA/Helmut Fohringer

Todeszeitpunkt eingegrenzt

Nach dem Auffinden der zugedeckten Toten in ihrem Bett - sie dürfte dort schon seit Stunden gelegen haben, denn laut neuesten Ermittlungen wurde der Tatzeitraum am Vorabend, den 19. Jänner, zwischen ungefähr 16 und 18.25 eingeschränkt, wurde das Türen- und Tresorsystem ausgewertet. Die Türe des Heimzimmers soll um 16 Uhr das letzte Mal geöffnet worden sein, der Tresor (aus dem 800 Euro fehlten) hingegen wurde um 18.21 Uhr aufgeschlossen.

Gefunden wurde Friederika erst am nächsten Tag, den 20. Jänner. Obwohl bereits mehrere Pflegekräfte im Zimmer gewesen waren, fiel der Tod nicht auf, da angenommen wurde, die Pensionistin schlafe noch. Erst als im Übrigen rüstige, resolute und gar nicht bettlägrige oder pflegebedürftige Seniorin nicht zum Mittagessen erschien, wurde Alarm geschlagen.

Nach dem Leichenfund ermittelte die Polizei im Umfeld der Pensionistin. Aufgrund von Mitarbeitern des Luxusheimes beim Hugo-Wolf-Park und Aussagen von Bewohnern rückte allerdings schnell der Mann auf den Videoaufzeichnungen des Heimeinganges in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Der 61-jährige Türke kam am Tag der Tat mit einem auffälligen Blumenstrauß ins Gebäude, telefonierte lautstark in der Cafeteria und hielt sich laut Augenzeugen länger vor dem Zimmer des Mordopfers auf. Der Tatverdächtige wurde schließlich am 30. Jänner in der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Penzing festgenommen. 

Opfer wurde brutal in ihrem Zimmer erwürgt 

Klar ist laut Oberst Gerhard Winkler auch die Todesursache. Die Gewalteinwirkung auf den Hals war dermaßen stark, dass der Schildknorpel, der größte Knorpel des Kehlkopfes, mit brachialer Gewalt gebrochen wurde. Im U-Haftbeschluss steht Tod durch Erwürgen.

Das Mordopfer soll zudem mehrere Hämatome und Kratzer, eine Blutunterlaufung am Ober- und Unterarm und vier Rippenbrüche erlitten haben. Zudem waren fast alle Fingernägel, die künstlich verlängert waren - an einem fand sich schließlich auch die DNA des Angreifers -, gebrochen. Das Opfer muss sich heftig gewehrt haben. Überall im Bett rund um die Tote waren auch Büschel von Haaren, die ihr ausgerissen worden waren.

Offen bleibt, warum drei goldene Ringe in ihrem Hals und im Rachenbereich entdeckt wurden. Ob sie die Schmuckstücke selbst runtergeschluckt hatte, um den Diebstahl zu verhindern oder der Tatverdächtige diesen ihr brutal in den Mund gesteckt hatte, ist noch unklar. Mutmaßlich ist Ersteres der Fall - was erklären würde, warum Yilmaz C. so völlig explodiert ist. Die 800 Euro in Bar, die er aus dem Safe erbeutet hat, warum ihm wohl zu wenig.

Der 61-Jährige bleibt eisern trotz der vielen Indizien und DNA-Spuren die angelastete Tat bisher nicht geständig. Im Gegenteil: Der spielsüchtige Man ohne aufrechten Wohnsitz in Österreich und keiner geregelten Tätigkeit nach will ein ehemaliges Betrugsopfer besucht haben. Laut Winkler sei dieses mittlerweile aber bereits verstorben . . . 

Nicht der erste Fall in dem Heim

Laut den Ermittlern war es nicht der erste Vorfall in dem Heim in Zusammenhang mit dem 61-Jährigen. Im Jahr 2020 hatte der Tatverdächtige schon einmal dort eine Bewohnerin um ihr gesamtes Vermögen gebracht. Er wurde deshalb zu einer Haftstrafe verurteilt.