Entführungsfall Oliver

Mutter hofft auf Wunder

04.09.2012

Heute war erste Verhandlung im Sorgerechtsstreit um ­Oliver.

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Olivers Mama war lange unsicher, ob sie zur Verhandlung nach Dänemark fahren soll. Nun will die Grazerin Marion W. (40) persönlich vor dem dänischen Gericht um ihren Sohn kämpfen. An der Seite ihrer Anwältin Britta Schönhart betrat sie gestern gegen 12.20 Uhr das Gericht in der dänischen Stadt Helsingör.

Vor fünf Monaten hatte der Vater seinen Sohn Oliver (5) vor dem Kindergarten in Graz ins Auto gezerrt und verschleppte ihn nach Dänemark. Seither hat Marion W. ihren Sohn nicht mehr gesehen, kennt auch den Aufenthaltsort nicht. Nur einmal pro Woche ließ der Vater telefonischen Kontakt zu.

Wenig Chancen
Wenige Tage nach der Entführung am 4. April hat Marion W. die Rückführung nach dem Haager Kindesentführungs-Übereinkommen beantragt. Normalerweise muss innerhalb von sechs Wochen über die Rückführung entschieden werden. Die Dänen ließen sich Zeit und setzten erst gestern den ersten Verhandlungstermin an. „Gestern wurde nur die Einbringung vor Gericht vorgelesen“, so Anwältin Britta Schönhart.

Eine weitere Verhandlung findet am Donnerstag statt, das Urteil wird danach schriftlich an die Eltern ergehen. Aber schon im Vorfeld hatten die dänischen Medien berichtet, dass Oliver nicht der Mutter zurückgegeben wird. In Graz ist für 25. September ein Prozess gegen den Vater des Buben wegen schwerer Nötigung und Freiheitsentziehung angesetzt, weil die Mutter die Obsorge hat. Ob der Däne erscheint, ist nicht klar.

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