Thema KI
3. Wissensforum Hirschwang: Motto „Faktor Arbeit entlasten“
16.04.2026Susanne Zach, Partnerin bei Ernst & Young Österreich, besprach am 16. April in ihrem Statement beim Wissensforum Hirschwang unter dem Motto „Faktor Arbeit entlasten“ das Thema „KI und gute Zusammenarbeit“.
Demnach stünden 70 Prozent der Unternehmen in Europa KI positiv gegenüber. KI würde bereits zur Lieferkettenoptimierung, als Chatbot beim Kundenservice oder für das Datenmanagement im Betrieb ebenso wie für Auswahl und Recruiting im HR-Bereich verwendet. Die Arbeitskräfte der Zukunft zu entwickeln, erfordert jedenfalls eine humanistische Denkweise, so Zach, die Charles Darwin zitierte: “Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, sondern diejenige, die am anpassungsfähigsten ist“.
KI als doppelter Schlag gegen Staatsfinanzen
Univ.-Prof Friedrich Tumpel verwies auf die Besonderheiten des aktuellen Wandels durch KI. Denn KI betrifft kognitive Aufgaben - sie wären bisher von Automatisierungen nicht betroffen gewesen. Weiters gebe es eine rasche Leistungssteigerung und eine breite Adaption und ein Produktivitätsparadoxon, denn die Arbeitsproduktivitätssteigerung durch KI liegt laut OECD nur bei 0,2 bis 1,3 Prozentpunkte pro Jahr. Für die Staatsfinanzen bedeutet diese Entwicklung der KI einen „doppelten Schlag“. Einerseits sinkende Lohnsteuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge, andrerseits steigende Ausgaben für soziale Netze, wie Arbeitslosengeld und Pensionen. „Das Strukturproblem, dass Arbeit höher besteuert ist als Kapital, gehört geändert“, so Tumpel. Die nächsten 10 Jahre sind das kritische Politikfenster. Die Besteuerung muss Fiskal-, Distributiv- und Korrektivziele verbinden und eine internationale Koordination ist dafür unabdingbar“, so Tumpel.
Maßnahmen für mehr soziale Gleichheit
Stefan Schulmeister von der Uni Wien konzentrierte sich in seinem Vortrag auf Maßnahmen für mehr soziale Gleichheit. Welche Reformen braucht es also?“, fragte Schulmeister. Um der steigenden Ungleichheit und Vermögensverteilung entgegenzutreten bedürfe es einer neuen Verteilung der Steuerlast. Realinvestitionen müssten begünstigt werden, unproduktive Privatvermögen hingegen müssten stärker besteuert werden, ebenso kurzfristige Spekulationen. Auch Vermögens-, Schenkungs- und Erbschaftssteuer sowie eine Wertschöpfungsabgabe würden zu einer Verringerung sozialer Ungleichheit führen.