Förderung
8,5 Millionen Euro für Innovations-Forschung
02.03.2026Das Land Niederösterreich schreibt neue Forschungsförderungen aus. 2026 sollen insgesamt 8,5 Millionen Euro an wissenschaftliche Projekte an Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen vergeben werden.
Welche der eingereichten Projekte gefördert werden, entscheiden Fachjurys. Ziel sei es, jene Projekte zu unterstützen, die besonders innovativ sind und langfristig einen Nutzen für Gesellschaft und Wirtschaft erwarten lassen, wie es heißt.
Förderschwerpunkte betreffen unter anderem die Grundlagenforschung in den Bereichen Gesellschaft und Kultur, angewandte Forschung etwa in der Digitalisierung sowie Investitionen in Forschungsinfrastruktur.
Ein Teil der Mittel sei auch für Dissertationen vorgesehen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu stärken. Auch sogenannte Citizen-Science-Projekte, bei denen Bürgerinnen und Bürger in Forschungsprozesse eingebunden werden, sind Teil der Ausschreibung.
Beispiel: Forschung an nachhaltigen Materialien
Wie Forschung in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Beispiel am Interuniversitären Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie (IFA) in Tulln an der Donau. Dort forschen in Zusammenarbeit die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und die Fachhochschule Wiener Neustadt an neuen Materialien. Diese sollen Kunststoffabfälle reduzieren und den Kohlenstoffkreislauf schließen. Professor Andreas Mautner vom Institut für Umweltbiotechnologie betont gegenüber noe.ORF.at, dass Kunststoffverschmutzung und der Ausstoß von CO₂ durch Verbrennung zentrale Probleme seien. Ziel der Forschungsarbeit in Tulln sei es, Materialien nachhaltiger zu nutzen und Abfälle zu vermeiden, „dass die Welt eine lebenswerte bleibt“, wie Mautner sagt.
Forschung als langfristige Investition
Gleichzeitig verweist Mautner auf Grenzen der Forschung. Technologisch sei bereits vieles möglich, in der Praxis scheitere die Umsetzung aber oft an den Kosten und am Energieaufwand.
Das Forschungsprojekt wurde in den vergangenen Monaten aus bisherigen Ausschreibungen mit 360.000 Euro vom Land gefördert. Bis aus ersten Forschungsergebnissen marktfähige Anwendungen entstehen, würden häufig Jahre vergehen. Forschung sei daher eine langfristige Investition, deren Ergebnisse nicht sofort wirtschaftlich verwertbar seien.
Investition mit offenem Ausgang
Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) sieht in den neuen Fördercalls dennoch einen wichtigen Schritt für den Standort Niederösterreich. Forschung sei keine kurzfristige Ausgabe, sondern eine Grundlage für zukünftige Entwicklungen.
Pernkopf begründet die Investitionen gegenüber noe.ORF.at mit langfristigen Zielen: „Wer morgen vorne mit dabei sein will, der muss heute in Forschung investieren. Forschung ist kein Kostenfaktor, sondern Grundlage für Fortschritt und Wohlstand.“
Entscheidend sei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht im akademischen Umfeld bleiben, sondern langfristig in konkrete Anwendungen übergehen würden. Ab 2026 können Forschungseinrichtungen ihre Projekte einreichen.