Besorgniserregend

AMS NÖ revidiert Prognosen – Arbeitslosigkeit steigt weiter

29.04.2026

Statt erhofftem Rückgang droht Niederösterreich ein weiterer Anstieg der Arbeitslosen – und die Zahlen sind besorgniserregend! 

Zur Vollversion des Artikels
© APA/Herbert Neubauer
Zur Vollversion des Artikels

Schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt! Das AMS Niederösterreich muss seine Jahresprognose kippen – und die neue Vorhersage hat es in sich. Statt sinkender Arbeitslosenzahlen droht heuer ein weiterer Anstieg! 

Die besorgniserregenden Zahlen für heuer

Das Institut Synthesis hat die Lage analysiert – und das Ergebnis ist alarmierend:

  • 47.660 Arbeitslose in NÖ – das sind +3,0% gegenüber 2025 (Österreich-Schnitt: "nur" +0,6%!)
  • Arbeitslosenquote: 6,8% – ein Plus von 0,2 Prozentpunkten
  • Beschäftigte: 657.600 – mageres Plus von nur 0,2%

Niederösterreich trifft es also deutlich härter als den Rest Österreichs.

Die Vorzeichen haben sich umgekehrt

AMS-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern macht keinen Hehl daraus: „Die Vorzeichen haben sich umgekehrt – die Arbeitslosigkeit wird steigen." Niederösterreich treffe es dabei besonders, weil das Bundesland 2025 noch vergleichsweise gut durch die Krise gekommen sei – jetzt kommt die Rechnung zeitverzögert. „Wir sehen, dass sich in Bundesländern, die im vorigen Jahr einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit hatten, die Arbeitslosigkeit heuer reduziert. Niederösterreich muss heuer leider noch mit steigenden Zahlen rechnen", so Kern. 

Warum trifft es das Land so hart?

Die Gründe sind vielfältig: Geopolitische Krisen, schwache Nachfrage und massive Jobverluste seit Herbst in den Bereichen Handel, Industrie und Bauwesen belasten den Arbeitsmarkt. Die wirtschaftliche Erholung ist ins Stocken geraten – und die Prognosen wurden zuletzt deutlich nach unten revidiert. 

Fachkräfte verzweifelt gesucht

Doch es gibt auch gute Nachrichten! Wer einen Lehrabschluss hat, braucht sich keine Sorgen zu machen – die Nachfrage nach Fachkräften bleibt hoch. Der Grund: Die Babyboomer-Generation geht massenhaft in Pension und hinterlässt riesige Lücken im handwerklich-technischen Bereich! Im ersten Quartal 2026 meldeten NÖ-Betriebe bereits 23.250 freie Stellen – um 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr! Gute Chancen gibt es auch in Gesundheit, Sozialwesen, Gastronomie und bei Klimaberufen. 

AMS im Einsatz gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Kern betont das klare Ziel des AMS: „Den Aufbau der Langzeitarbeitslosigkeit weiter bestmöglich zu bremsen." Mit gezielter Vermittlung und hochwertiger Qualifizierung – vor allem für Jobsuchende mit Pflichtschulabschluss – will das AMS gegensteuern. Die Botschaft ist klar: Der NÖ Arbeitsmarkt steht unter Druck – aber wer die richtigen Qualifikationen hat, findet einen Job.