Sicherheitsgefühl
Bahnhof Wiener Neustadt: ÖBB verstärkt Sicherheitsmaßnahmen
30.01.2026Zusätzliche Kameras, mehr Sicherheitspersonal und eine bessere Beleuchtung sollen am Bahnhof in Wiener Neustadt das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöhen – insbesondere jenes von Frauen. Auch auf anderen Bahnhöfen sind Maßnahmen geplant.
Der Bahnhof in Wiener Neustadt leuchtet neuerdings an vielen Ecken heller als früher. Der Personentunnel und die offenen Bahnsteigbereiche wurden auf LED-Beleuchtung umgerüstet, genauso wie die Gänge und Korridore hinter dem Bahnhof in Richtung der Parkgarage und Fahrradständer.
Sicherheit an Bahnhöfen im Fokus
Dabei gehe es darum, sogenannte Angsträume – also dunkle Ecken, Gassen und Gänge – abzubauen, betonten ÖBB-Vorstand Andreas Matthä und Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) bei einem Rundgang am Bahnhof am Donnerstagabend. Viele Sicherheitsmaßnahmen seien bereits umgesetzt worden, weitere sollen folgen, hieß es. Geplant sei etwa, die gesamte Bahnhofshalle und die Bahnsteigdächer in diesem Jahr auf LED-Beleuchtung umzustellen. Dafür werden laut ÖBB in den kommenden Monaten 600.000 Euro investiert. „Der Bahnhof Wiener Neustadt hat zwar objektiv gesehen ein hohes Sicherheitsniveau, aber den Fahrgästen geht es auch um das subjektive Sicherheitsempfinden – das wissen wir aus den Kundenbefragungen. Die neuen Leuchtmittel erzeugen mehr Helligkeit, und damit mehr Sicherheit. Und durch die zusätzlichen Videokameras können wir jeden Platz im Bahnhof technisch abstreifen“, erklärte Matthä gegenüber.
Matthä betont, dass die Sicherheit an allen Bahnhöfen im gesamten Bundesland verstärkt werde: „Wir sind hier laufend dabei an den Bahnhöfen in NÖ, in den Bezirkshauptstädten. Wir haben auch generell das Programm, die Beleuchtung auf Bahnhöfen auf LED umzustellen. Das reduziert einerseits den Strombedarf, und ist damit gut für die Ökologie, und andererseits erhöht es eben das Sicherheitsgefühl."
Viele Beschwerden von Eltern, Frauen und jungen Mädchen
Mit mehr als 35.000 Pendlerinnen und Pendlern pro Tag gilt der Bahnhof in Wiener Neustadt als einer der größten Verkehrsknotenpunkte in NÖ. Der Sicherheitsthematik habe man sich als Stadt bewusst angenommen und im Herbst Gespräche mit den ÖBB geführt, betonte Bürgermeister Schneeberger. „Wir haben viele Beschwerden bekommen von Eltern, Frauen und jungen Mädchen, die Angst gehabt haben, weil wir natürlich Jugendkriminalität am Bahnhof erleben und sich hier viele Jugendbanden aufhalten. Wenn es hier dann auch noch dunkel ist, dann ist das eine Bedrohungssituation und durch die neue Beleuchtung kann man dem entgegensteuern“, so Schneeberger.
Gespräche mit Innenministerium
Die Schutzzone rund um den Bahnhof, die seit acht Jahren besteht und zuletzt erweitert wurde, trage ebenso wie die vom Innenministerium eingerichtete Jugendschutzgruppe wesentlich zur Erhöhung der Sicherheit bei, so Schneeberger. Trotz dieser Maßnahmen sei die Kriminalität jedoch nicht verschwunden. Im Moment sei man in Gesprächen mit dem Innenministerium, was das Thema Sicherheit auch außerhalb der Schutzzone betrifft, sagte Schneeberger im Zuge des Rundgangs. Informationen dazu sollen in den nächsten Wochen folgen.
Kritik von SPÖ-Vizebürgermeister
Kritik an dem Rundgang kam von Wiener Neustadts Vizebürgermeister Rainer Spenger (SPÖ) via Aussendung nach dem Rundgang am Donnerstagabend. Er begrüßte zwar grundsätzlich den Besuch des ÖBB-Vorstands am Bahnhof, ortete aber mehr Handlungsbedarf seitens des Innenministeriums, was die Sicherheit betrifft. „Anstatt medienwirksame Rundgänge am Hauptbahnhof zu inszenieren, braucht es endlich die Wiedereinrichtung der Polizeiinspektion, eine professionelle Videoüberwachung und grundsätzlich mehr Exekutivbeamte in der Stadt“, forderte Spenger in Richtung Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).