Baubeginn Herbst

Besänftigt "Gesundheitsklinik Gmünd" die Bevölkerung?

24.03.2026

Nach wiederholter Kritik am "Gesundheitsplan 2040+" prescht jetzt das Land mit den Plänen für die "Gesundheitsklinik Gmünd" hervor.

Zur Vollversion des Artikels
© NÖ Landesgesundheitsagentur
Zur Vollversion des Artikels

Die Gesundheitsklinik Gmünd, die in der Waldviertler Bezirksstadt das bestehende Landesklinikum ersetzen soll, wird laut Zielsetzung ab dem Herbst gebaut. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant, kündigte Landesrat Anton Kasser (ÖVP)  bei einer Pressekonferenz an. Am Projekt und am "Gesundheitsplan 2040+", der Änderungen in der Spitalsstruktur in Niederösterreich regelt, gab es wiederholt Kritik. Auf Antrag der Grünen wird auch im Landtag darüber diskutiert.

Bieten wird die Gesundheitsklinik eine durchgehende Notfall- und Erstversorgung, vorgesehen sind auch ein Notarztstützpunkt und ein Hubschrauberlandeplatz. Aufgewartet wird zudem mit einem ambulanten OP-Zentrum für die Bereiche Orthopädie/Trauma, Chirurgie und Augenheilkunde, geben wird es hier auch sogenannte Beobachtungsbetten. Ein Chroniker-Versorgungszentrum wird auf chronisch kranke Menschen spezialisiert sein. Behandelt wird hier nicht nur im Gebäude, sondern auch bei den Patienten selbst, so der Plan. Platz finden sollen unter dem Dach der Gesundheitsklinik auch die niedergelassene fachärztliche Versorgung - speziell für Gynäkologie, Kinder- und Jugendheilkunde und Innere Medizin - sowie ein Primärversorgungs- und ein Radiologiezentrum.
Landesrat Kasser sieht in der neuen Klinik "kein Trostpflaster, sondern wertvolle und hundertprozentige Versorgung". Es handle sich in der Gesamtheit um kassenärztliche Leistungen. Basis ist ein Zusammenschluss hinsichtlich der operativen Umsetzung von Landesgesundheitsagentur (LGA) und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), den es "so in dieser Form" in Österreich noch nicht gegeben habe. Trotz des Gesundheitszentrums werde "im gesamten Bezirk Gmünd" kein Kassenvertrag "abgeschafft oder reduziert", bekräftigte Florian Hengl, Vorsitzender des niederösterreichischen Landesstellenausschusses der ÖGK.

Neue Strukturen gehen vor Landesklinikum-Aus in Betrieb

Volker Knestel, Geschäftsführer des NÖGUS (NÖ Gesundheits- und Sozialfonds), ortete "Pionierarbeit" hinsichtlich gemeinsamer Patientenversorgung. "Das Landesklinikum wird erst dann ersetzt, wenn die neuen Strukturen auch tatsächlich in Betrieb sind und die Versorgung im Bezirk Gmünd sichergestellt ist", bekräftigte FPÖ-Landesrat Martin Antauer.
Die Errichtung der Gesundheitsklinik in Gmünd und damit auch der Wegfall des Landesklinikums sind Bestandteile des im Vorjahr im Landtag beschlossenen "Gesundheitsplan 2040+". Seit Monaten gibt es Kritik an der Umstrukturierung und dem Aus für stationäre Betten. Der Verein "LKGmündbleibt" sowie die Initiativen-Plattform "NÖ #NeuverhandlungGesundheitsplan2040+" fürchten mangelnde Sicherheit der medizinischen Versorgung. Die Stadtgemeinde Gmünd lässt indes aufgrund des Wegfalls des Landesklinikums eine Klage gegen LGA bzw. das Land vorbereiten.