Exklusion
Bildungssprecher NÖ Fiedler (FPÖ) für Sonderschulen - Lebenshilfe widerspricht vehement
28.01.2026Bildungssprecher NÖ Fiedler setzt sich für Sonderschulen ein. Wahlfreiheit zwischen den Schulsystemen sei wichtig - sie bringe spezialisierte Hilfe und entlaste andere Schulen. Die Lebenshilfe NÖ stellt klar, dass Inklusion ein Menschenrecht ist und Kinder von gemeinsamer Bildung profitieren.
„So inklusiv wie möglich, so spezialisiert wie nötig. Entscheidend sind Kindeswohl und tatsächlicher Bedarf, nicht Ideologie. Deshalb steht die FPÖ für echte Wahlfreiheit: Eltern bzw. die Schulbehörde müssen zwischen integrativer Form und Sonderschule wählen können, damit jedes Kind jene Schulform bekommt, die ihm wirklich hilft“, stellte FPÖ NÖ Bildungssprecher Helmut Fiedler bei der Pressekonferenz zum Thema „Ja zur Sonderschule! Jedes Kind hat das Recht auf beste Bildung“ am Mittwoch in St. Pölten klar.
Drei zentrale Forderungen der FPÖ
Das Schlagwort Inklusion sei zu inflationär verkauft worden: „Alle in dieselbe Klasse, dann schauen wir schon, wie es irgendwie geht. Nur das ist verantwortungslos und führt zur Überforderung bei Kind, Lehrer und gesamter Klasse“, so Fiedler und verwies dabei auf tausende Kinder und Familien in NÖ. Die FPÖ habe hier drei zentrale Forderungen: Sonderschule als gleichwertige Option und zwar flächendeckend, Eigener Studiengang „Sonderpädagogik“ und Schluss mit der künstlichen 2,7 Prozent-Quote.
Lebenshilfe NÖ widerspricht FPÖ
„Die beste Bildung für alle Kinder ist die gemeinsame Bildung, nicht die Sonderschule“, betont Friederike Pospischil, Präsidentin der Lebenshilfe NÖ. Zahlreiche internationale Studien sowie die UN-Behindertenrechtskonvention zeigen klar: Inklusive Bildung stärkt alle Kinder – mit und ohne Behinderungen – und fördert soziale Kompetenzen, Chancengerechtigkeit und Selbstbestimmung.
Inklusion ist ein Menschenrecht
Österreich hat sich mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen umzusetzen. Der weitere Ausbau oder die politische Aufwertung von Sonderschulen widerspricht diesem Ziel fundamental. „Sonderschulen sind kein Schutzraum, sondern oft eine Sackgasse. Kinder mit Behinderungen brauchen keine Sonderwege, sondern die notwendige Unterstützung im gemeinsamen Bildungssystem“, so Friederike Pospischil.
Ressourcen- und Personalmangel keine Ausreden für Sonderschulen
Die Lebenshilfe NÖ weist darauf hin, dass bestehende Herausforderungen – etwa Personalmangel, fehlende Ressourcen oder unzureichende Unterstützungssysteme – kein Argument gegen Inklusion sind. Sie würden zeigen, dass das Regelschulsystem dringend besser ausgestattet werden muss. Um eine inklusive Bildungslandschaft in Österreich zu schaffen, bedürfe es einer umfassenden Reform unseres Bildungssystems. Bildung dürfe nicht als Frage der Eignung von Kindern betrachtet werden, die sich an die jeweilige Bildungseinrichtung anpassen müssen, sondern als Aufgabe, chancengerechte Rahmenbedingungen für alle zu schaffen. Erfolgreiche Beispiele aus Ländern wie Kanada, Finnland, Portugal und Italien würden zeigen, dass ein inklusives Schulsystem möglich sei. Laut Lebenshilfe NÖ brauche es daher ausreichend Unterstützungspersonal, barrierefreie Lernumgebungen, kleinere Klassen und verpflichtende inklusive Ausbildung für alle Pädagogen.