Nutzung untersagt

Brandschutzmängel hindern Pläne für Magna Racino

05.05.2026

Das Hauptgebäude der Comer City (ehemals Magna Racino) in Ebreichsdorf ist wegen gravierender Brandschutzmängel derzeit für Events gesperrt. Die Bezirkshauptmannschaft untersagte Mitte März die Nutzung, da Feuerlöscher ungeprüft, Brandschutztüren defekt und Notlicht-Steuerungen kaputt waren. 

Zur Vollversion des Artikels
 
Zur Vollversion des Artikels

Besonders brisant: Diese Mängel sollen bereits Ende Jänner beim Stadtball bestanden haben. Insider kritisieren, dass das Event bei strikter Auslegung der Vorschriften niemals stattfinden hätte dürfen. Veranstalter Richard Waidhofer gibt an, Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ) im Vorfeld telefonisch vor „Gefahr in Verzug“ gewarnt zu haben. Kocevar bestreitet dies vehement: Er habe nichts gewusst, die Mängel seien erst durch die behördliche Begehung im März aufgefallen.

Problem angeblich schon seit Jahren bekannt

Anlagen-Geschäftsführer Siegmund Kahlbacher erklkärte, dass das defekte Notlicht-Steuergerät erst später bemerkt worden sei, zudem habe es beim Ball "Gott sei Dank“ ja nicht gebrannt. Vom ORF NÖ befragte Personen, die das gemeldet haben sollen, gaben an deswegen anscheinend gekündigt worden zu sein. Inzwischen seien die Probleme großteils behoben. Für eine Hochzeit gab es dank provisorischer Maßnahmen und einer Brandsicherheitswache der Feuerwehr kürzlich sogar eine behördliche Sondergenehmigung.

Viele verschiedene Visionen

Trotz der aktuellen Sperre und Kahlbachers eigener Privatinsolvenz gibt es ehrgeizige Pläne für das Areal des irischen Milliardärs Luke Comer. Nach zahlreichen verworfenen Ideen – von der Skihalle bis zum KI-Rechenzentrum – ist nun ein Premium-Reitsportzentrum geplant. Hinzu kommen sollen Hotels, ein großer Spa-Bereich samt 50-Meter-Schwimmbecken und ein kleines Kongresshaus. Drei Millionen Euro wurden laut Betreiber bereits investiert. Einen Weiterverkauf nach reiner Aufwertung der Anlage nennt Kahlbacher „Gossip“, schließt ihn bei einem lukrativen Angebot aber keineswegs aus.

© Ebreichspark - Facebook

Kritische Fragen bei Beratervertrag mit Ex-Politiker 

Kritische Fragen wirft indes ein Beratervertrag mit Ex-Politiker Ernst Strasser (ÖVP) auf. Für die Umwidmung einer Million Quadratmeter in Bau- und Industrieland winken ihm 1,8 Millionen Euro Erfolgsprovision – plus 5.000 Euro Fixum monatlich und Dienstwagen. Kahlbacher verteidigt den Deal mit Strassers "Riesenerfahrung“. Laut Bürgermeister Kocevar ist großflächiger Wohnbau dort jedoch höchst unrealistisch, da der Lärm durch die nahe Autobahn, fehlende Infrastruktur sowie umliegende Naturschutzgebiete strikt dagegen sprechen. Noch im Mai sollen der Gemeinde die genauen Konzepte präsentiert werden. Die Wiedereröffnung des Hauptgebäudes für Kulturveranstaltungen wird für den kommenden Oktober angestrebt.