Digitale Zielgerade

Breitband-Offensive: Jeder Haushalt soll bis 2030 ans Netz

12.05.2025

Niederösterreich surft voraus. Mehr als 320.000 Haushalte sind bereits ans Glasfasernetz angeschlossen und bis 2030 soll überhaupt niemand mehr in der digitalen Steinzeit leben. 

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Wer dieser Tage durch Grafenegg im Bezirk Krems fährt, sieht mehr als nur Weinberge und barocke Schlossanlagen. Orange Kabelrollen türmen sich an den Straßenecken, Gehsteige sind aufgerissen, Bagger wühlen sich durch die Erde. Der Grund liegt unter der Oberfläche. Die nöGIG, Niederösterreichs Glasfaserinfrastrukturgesellschaft, verlegt hier Leitungen in bis zu 1,2 Meter Tiefe. Eine Infrastruktur-Offensive, die ländliche Gemeinden wie Grafenegg fit für das digitale Zeitalter machen soll.

Private Anbieter konzentrieren sich oft auf Ballungsräume. Deshalb springt in entlegeneren Gegenden die nöGIG ein und baut ein offenes Netz. Ein Netz, das später von allen Dienstanbietern genutzt werden kann. Zwei Verträge braucht es für den Anschluss: Einer mit der nöGIG für den Bau. Einer mit dem Anbieter für die Nutzung. Wer früh bucht, spart bares Geld. 

Ein Milliardenprojekt mit Plan

Seit 2015 wird in Niederösterreich gegraben, gebaggert und gebaut. Seither wurden rund 100.000 Haushalte im ländlichen Raum angeschlossen. Aktuell laufen 25 Großprojekte parallel. Dazu kommen drei Gemeindevorhaben, etwa in Gresten, im westlichen Waldviertel und im nördlichen Mostviertel. Insgesamt haben bereits 320.000 der 800.000 Haushalte im Bundesland Glasfaserzugang. Damit die Bagger anrollen, müssen mindestens 42 Prozent der Bevölkerung mitziehen. Eine Hürde, die viele Orte überwinden.

Hoffnung auf Fördermillionen

Rund 100 Millionen Euro investiert die nöGIG jährlich in das Projekt. Davon stammen etwa 40 Millionen aus Bundesmitteln. Doch der Geldfluss ist nicht garantiert. Wenn Förderungen gekürzt werden, droht der Zeitplan zu kippen. Bauverzögerungen und Planungslücken wären die Folge. Besonders für kleinere Gemeinden wäre das ein Rückschlag.

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