Rückläufige Tendenz

Drohender Großtierazt-Mangel in Niederösterreich

25.05.2026

Bereits seit Jahren warnt die Tierärztekammer vor drohendem Mangel an Großtierärzten, die rückläufige Tendenz setzt sich dennoch fort. Viele erfahrene Großtierpraktiker gehen in Pension, während wenige Junge in diesem Bereich nachrücken. 

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© APA/dpa/Christoph Schmidt
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Hauptgründe für den Rückgang der Großtierärzten sind laut Tierärztekammer hohe Arbeitsbelastung durch Bereitschafts- und Notdienste, zunehmende Bürokratie, mangelnde wirtschaftliche Planbarkeit sowie schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Flächendeckende Versorgung zunehmend Herausforderung 

Besonders betroffen von dem Rückgang an Großtierärzten sind ländliche Regionen im westlichen und südlichen Niederösterreich sowie periphere Bezirke mit langen Anfahrtswegen. "Dort wird die flächendeckende Versorgung zunehmend zur Herausforderung, da Wegezeiten steigen und die Zahl der verfügbaren Großtierpraktiker sinkt“, heißt es in einem schriftlichen Statement der Tierärztekammer. Belastend seinen insbesondere die Notdienste. Diese müssen von Tierärzten meist selbst organisiert und privat finanziert werden – und bedeuten daher einen erheblichen privaten und finanziellen Aufwand. In vielen Fällen sei es daher nicht möglich, rund um die Uhr und auch an Feiertagen eine Versorgung sicherzustellen.

Fehlende staatliche Unterstützung 

Die Tierärztekammer kritisiert in diesem Zusammenhang die fehlende staatliche Unterstützung. Anders als bei humanmedizinischen Notdiensten gebe es hier keine entsprechenden Subventionen. Eine dauerhafte Versorgung könne laut Kammer „nicht allein auf Berufsethos und persönlichem Engagement beruhen.“ Neben der Politik seien laut Kammer auch Tierhalter gefordert. Bei Erkrankung der Tiere müsse rechtzeitig und vorausschauend gehandelt werden – eine uneingeschränkten Hilfe könne nicht vorausgesetzt werden. Generell brauche es laut Kammer bessere Rahmenbedingungen, um mehr Berufsanwärter für den Großtierbereich zu gewinnen.