Bauernhofbrände

"Es tarat brenna“: immer mehr PV- und Akku-Versagen

10.03.2026

Rund 800 Brände gibt es jedes Jahr auf Niederösterreichs Bauernhöfen. Ausgelöst werden sie immer öfter durch neue Technologien, wie PV-Anlagen oder Akkus. 

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© APA/FF WIESENFELD/EBI WERNER PLANER
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Jeder dritte Brand in Niederösterreich passiert in der Landwirtschaft und das obwohl die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzen 20 Jahren um ein Viertel zurückgegangen ist. Die Brände haben jedoch andere Auslöser als noch vor einigen Jahren. „Früher war es der klassische Heustockbrand, der zur Katastrophe geführt hat. Heute sind diese rückläufig. Dafür gibt es immer mehr Heuballenkräne, die Feuer fangen und somit einen Brand auslösen“, sagt Stefan Jauk, der Generaldirektor der Niederösterreichischen Versicherung. 

Informationskampagne soll Bewusstsein schaffen

Besonders bei "nachträglichen Einbauten und Umbauten von Maschinen“ sei darauf zu achten, "dass auch die elektrischen Anlagen adaptiert werden, damit man später hier dieses Feuerrisiko ausschalten kann“, so Jauk. Auf neue Technologien als Brandrisiken soll nun die Informationskampagne mit dem Titel „Es tarat brenna“ hinweisen. 

Einige wenige Tipps können dabei schon helfen, das Risiko für Großbrände zu senken. „Viele haben mittlerweile Photovoltaikanlagen. Hier ist darauf zu achten, dass die ordnungsgemäß installiert werden und keine selbstgebastelten Anlagen hier anzubringen. Dann ist die ganze Akku-Thematik für uns eine große Herausforderung. Hier ist darauf zu achten, dass die Akkus möglichst nicht beschädigt sind und ordnungsgemäß geladen werden“, sagt Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.

Akkus besonders schwer zu löschen

Besonders Brände, die durch Akkus ausgelöst werden, stellen die Feuerwehren vor Herausforderungen. Denn dabei würden „giftige Gase“ austreten und es gebe das Problem der „Wiederentzündung“, so Fahrafellner. Um das Brandrisiko zu senken, empfiehlt er auch regelmäßige Kontrollen im Betrieb, etwa nach Extremwetterlagen mit Hagel und Sturm. Auch das Entfernen von Staub und Spinnweben kann helfen, das Brandrisiko zu senken.

Insgesamt 188 Millionen Euro an Schäden hat es allein zwischen 2019 und 2024 in Niederösterreich durch Brände in der Landwirtschaft gegeben. Für Landwirtinnen und Landwirte ist ein Brand am eigenen Hof oftmals existenzbedrohend. „Da wird auf einmal die Arbeit von Generationen ausgelöscht. Umso wichtiger ist der Versicherungsschutz. Aber natürlich das Leid und der Wiederaufbau ist gewaltig“, sagt Johannes Schmuckenschlager, der Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Ein Jahr lang läuft die Kampagne nun. Dabei gibt es Informationen auf sozialen Medien, Veranstaltungsreihen oder auch Broschüren.