Versprechen
EVN und Verbund wollen bei Preissenkung bleiben
04.03.2026Am 1. März hat der Energiekonzern Verbund den Strompreis auf unter zehn Cent pro Kilowattstunde gesenkt, am 1. April zieht die EVN nach. Trotz der gestiegenen Energiepreise wegen des Iran-Krieges möchten beide Versorger an den neuen Tarifen festhalten. Zumindest ein Jahr.
Seit den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran am Wochenende steigen die Energiepreise. Deshalb drängte sich für viele die Frage auf, ob die angekündigten Strompreisreduktionen von Verbund und EVN halten werden. Die Antwort der beiden Energiekonzerne lautet ja. Der Tarif werde für das eine Jahr, für das eine Bindung besteht, gleich bleiben.
EVN: Tarif tritt am 1. April in Kraft
EVN-Sprecher Stefan Zach spricht von den „letzten Vorbereitungen“, die derzeit für den neuen Tarif getroffen würden, ehe dieser am 1. April in Kraft trete. Der Preis soll generell bei etwa 10,50 Cent pro Kilowattstunde netto liegen, allerdings in Sonnenzeiten tagsüber auf bis zu 6,9 Cent sinken, was einen Durchschnitt von rund zehn Cent netto ergebe. Dass der Strompreis auf dem Weltmarkt sehr wohl von den Vorgängen um den Iran beeinflusst wird, habe sich in den vergangenen Wochen mit einem Anstieg um rund 15 Prozent gezeigt. Deshalb sei es unmöglich, die Entwicklungen nach diesem fixen Vertragsjahr zu prognostizieren. Das gelte vor allem für den Gaspreis, der direkt von den internationalen Turbulenzen betroffen und dessen Entwicklung nicht vorhersehbar sei. Jene Kunden, die einen monatlich variablen „Floater-Tarif“ nutzen, könnten von den Turbulenzen betroffen sein, sagt der EVN-Sprecher. Allerdings hänge auch das davon ab, wie lange der Konflikt im Nahen Osten andauert.
Verbund: Neuer Tarif zumindest für ein Jahr
Ähnlich wird die Situation vom Verbund-Konzern eingeschätzt. Dessen Sprecher Florian Seidl bestätigt, dass auch der neue Tarif von rund 9,50 Cent pro Kilowattstunde, der seit 1. März gilt, zumindest für das Vertragsjahr gelten werde.
SPÖ fordert Ende des Merit-Order-Prinzips
In dem Zusammenhang forderte die SPÖ Niederösterreich am Dienstag das Ende des Merit-Order-Prinzips. Die Strompreise richten sich diesem Prinzip entsprechend immer nach dem teuersten Kraftwerk, in den meisten Fällen ein Gaskraftwerk. Allerdings handelt es sich dabei um ein internationales Handelssystem. SPÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich forderte die Bundesregierung auf, sie müsse rasch handeln und eine Aussetzung des Merit-Order-Prinzips auf EU-Ebene erwirken. Es sei auch "an der Zeit", den Strompreis-Krisenmechanismus zu aktivieren und damit ein Einfrieren der Strompreise bei zehn Cent zu ermöglichen.