Gesundheit
70.000 Unterschriften im Streit um NÖ-Gastpatienten gesammelt
08.04.2026Der Konflikt um NÖ-Gastpatienten in Wien spitzt sich weiter zu, nun sendete Niederösterreich ein klares Signal in Richtung Bundeshauptstadt.
Die Kritik an der unzureichenden Behandlung von Patienten aus Niederösterreich in Wien reißt nicht ab. Im Gegenteil, laut VPNÖ haben zuletzt 71.243 Menschen eine entsprechende Kampagne (Schluss mit Blockieren. Wien muss operieren!) unterstützt. Sie sehen sich benachteiligt und wehren sich gegen den Eindruck, nur zweite Wahl zu sein. Gleichzeitig steht Wien wegen steigender Spitalskosten unter Druck. Der Vorwurf der ÖVP lautet: Die Hauptstadt habe ihre Ausgaben nicht im Griff und versuche nun, die Verantwortung auf andere Bundesländer abzuwälzen. Im Zentrum der Kritik steht Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.
"Herr Hacker kann mit billigen Zahlentricks nicht über seine davongaloppierenden Spitalskosten hinwegtäuschen. Denn wie man es dreht und wendet – Wien bricht bestehende Verträge und setzt damit unser jahrzehntelang erfolgreiches Gesundheitssystem aufs Spiel", betonte VPNÖ-Landesgeschäftsführer LAbg. Matthias Zauner bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.
Niederösterreich baut weiter aus
Während Wien laut Angaben rund 40 Prozent mehr pro Behandlung ausgibt als der Rest Österreichs, entstehen allein bei der Infrastruktur jährliche Mehrkosten von etwa 1,36 Milliarden Euro. Im Gegensatz dazu setzt Niederösterreich auf Ausbau, so fließen 150 Millionen Euro in die Landeskliniken Horn, Zwettl, Waidhofen und Allentsteig. Zusätzlich wird im Waldviertel ein neuer Klinikstandort aufgebaut und ins Universitätsklinikum Wiener Neustadt investiert. Parallel dazu steigen auch die Leistungen: Ambulante Kontakte legten um 11 Prozent zu, Operationen sogar um 21 Prozent. Die Zahl der Ausbildungsplätze wuchs in drei Jahren um 18,5 Prozent.
Laut ÖVP braucht es jetzt statt gegenseitiger Schuldzuweisungen ein funktionierendes Gesundheitssystem ohne Landesgrenzen. "Es ist höchste Zeit, dass Herr Hacker zur Vernunft zurückkehrt und ernsthaft an einer Lösung für alle Patientinnen und Patientien mitwirkt. Künftig muss es endlich wieder heißen: E-Card statt Meldezettel", so VPNÖ-Gesundheitssprecher LAbg. Franz Dinhobl.