„Fest/ Im Moment"

Großes Programm zum 30-Jahre-Jubiläum des Festspielhauses St. Pölten

16.04.2026

Das Festspielhaus St. Pölten begeht in der Saison 2026/27 sein 30-jähriges Jubiläum unter dem Motto „Fest/ Im Moment“. Am Programm stehen zahlreiche internationale Tanzaufführungen und Konzerte, auch Mitmach-Veranstaltungen. 

Zur Vollversion des Artikels
© APA/HELMUT FOHRINGER
Zur Vollversion des Artikels

Als die künstlerische Leiterin Bettina Masuch 2022 nach St. Pölten kam, war das Kulturleben noch von der Pandemie gelähmt. Seither ging es wieder steil bergauf. „Extrem froh und erleichtert“ sei sie über den hohen Publikumszuspruch, so Masuch. „Einerseits verlangt ein Haus dieser Größe eine bestimmte Art von Exzellenz, gleichzeitig sind wir immer bemüht, Brücken zu schlagen und nahbar zu sein. Ich denke, wir haben über die Jahre verstanden, wie dieses Haus funktionieren kann. Und wir bekommen sehr viel positive Resonanz.“

Internationaler zeitgenössischer Tanz von Ballet BC aus Vancouver 

Internationaler zeitgenössischer Tanz bildet seit jeher das Herzstück der Programmierung. Und so startet die neue Spielzeit gleich mit einem Coup: Das Ballet BC aus Vancouver gastiert am 26. September mit einem dreiteiligen Abend, der auch eine Kreation der kanadischen Star-Choreografin Crystal Pite bereithält. Im November kehren das Opera Ballet Vlaanderen mit drei ikonischen Arbeiten von Anne Teresa de Keersmaeker und die Batsheva Dance Company mit „Mr. Gaga“ Ohad Naharin nach St. Pölten zurück.

Community-Projekt in Bewegung

Der französische Choreograf Mourad Merzouki, Protagonist der Urban-Dance-Szene, bringt nicht nur ein akrobatisches „Kaléidoscope“ mit, sondern erarbeitet auch ein großes Community-Projekt zum Saisonfinale für rund 60 bewegungsfreudige Menschen allen Alters – der Open Call dazu erfolgt im Winter. Weitere Highlights sind u.a. das Kollektiv (LA)Horde mit dem Ballet National de Marseille („Nach mir die Sintflut!“), das Nederlands Dans Theater mit Arbeiten von Jiří Kylián, Crystal Pite und Hofesh Shechter sowie das Ballet du Grand Theatre de Geneve. Letzteres bringt am Jahrestag der Befreiung von Nazi-Deutschland die neue Kreation von Sidi Larbi Cherkaoui mit dem passenden Titel „Dimokratía“ zur Aufführung.

Programm mit Bögen zwischen Genres, Generationen und Perspektiven 

Natürlich erwarten das Publikum auch wieder jede Menge Konzerte: u.a. mit dem Tonkünstler-Orchester NÖ als Residenzorchester, dem Herbert Pixner Projekt, London Brass, Federspiel, Hubert von Goisern, Pippo Pollina und Eliades Ochoa. Und auch der Schmusechor darf ebenso wenig fehlen wie das Big Bang Festival für Kinder ab fünf Jahren. Das Programm soll „Bögen zwischen Genres, Generationen und Perspektiven“ spannen, erklärt Masuch.

Klangreise in den hohen Norden am Domplatz

Den Anfang macht allerdings ein Event außer Haus. Beim Domplatz-Open-Air am 10. September („Nordlichter“) geht es auf eine Klangreise in den hohen Norden Europas: mit den Tonkünstlern, der Sängerin Rebekka Bakken und der Geigerin Ragnhild Hemsing aus Norwegen, Eivor von den Faröer-Inseln und dem Mundharmonika-Quartett Sväng aus Finnland. Zum 30. Geburtstag gibt es 30 „Fest/ Momente“, darunter Dance-Along-Sessions zum Mitmachen am Domplatz, eine Einladung zu Kaffee und Kuchen in der Innenstadt, ein Circus-Festival gemeinsam mit der Bühne im Hof in der Stadt, Flashmobs und Orchester-Karaoke.

© Josef Bollwein - www.flashface.com

Verbindung mit Kulturleben in der Stadt

Die Verbindung mit der Stadt und die Verankerung im städtischen Kulturleben sind Masuch im Jubiläumsjahr besonders wichtig: „Wir feiern in der kommenden Spielzeit nicht nur unser Haus, sondern vor allem unser Publikum. Und wie kann man das besser tun, als besondere Momente miteinander zu teilen, gemeinsam fest im Moment zu sein.“